Foto: Hartmut Zimmermann

Massive Kritik an LED-Werbetafeln in Burghaun

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Die Genehmigung der LED-Werbetafeln an der B 27 in Burghaun stößt auf massive Kritik der Arbeitsgemeinschaft der anerkannten Naturschutzverbände (AGN) im Landkreis Fulda. Die Verbände sprechen sich in einer Stellungnahme klar gegen die Aufstellung weiterer Anlagen im Landkreis aus.

In einer Pressemitteilung betont die AGN, die neue Anlage bedeute eine massive Beeinträchtigung für nachtaktive Insekten und andere Tiere. Zudem gelte grundsätzlich, dass die Zeiten, in denen Kunstlicht bei Nacht als Phänomen „ohne Schattenseiten“ gesehen werden könnten, vorbei seien.

Menschen, Pflanzen und Tiere betroffen

Licht mit hohem Blau-Anteil, wie es die LED-Wand ausstrahle – von den Menschen werde es als grell-weiß gesehen – stelle für die Tiere die größte Beeinträchtigung dar. Selbst wesentlich kleinere Lichtquellen als die Leuchtwände mit ihren jeweils zehn Quadratmetern Fläche wirkten sich fatal aus und brächten den natürlichen Lebensrhythmus der Tiere durcheinander. Das gelte nicht nur für Insekten, sondern auch für andere Ruhe suchende Tiere sowie Pflanzen. Letztlich sei aber auch der Mensch davon betroffen.

Konflikt mit Sternenpark-Einrichtung

Die AGN betont, es sei für sie nicht nachvollziehbar, wie man in den Gremien der Gemeinde und seitens der genehmigenden Stellen beim Landkreis ein solches Projekt befürworten könne. Es stehe nicht nur im Widerspruch zum millionenschweren Aktionsprogramm der Bundesregierung zur Förderung des Artenschutzes, sondern widerspreche auch dem Biodiversitätspapier, in dem, wie im Berliner Programm, auch ein besonderer Akzent auf die Verringerung der Lichtverschmutzung gesetzt werde. Das sei auch deswegen unverständlich, weil der Kreis mit der Einrichtung des „Sternenparks Rhön“ eine Expertenstelle für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kunstlicht eingerichtet habe.

AGN fordert: Keine weiteren Tafeln

Die AGN und auch die Arbeitsgruppe Lichtverschmutzung im Naturschutzbund-Kreisverband appellieren an die genehmigenden Stellen, zum einen keine weiteren LED-Werbetafeln dieser Art zuzulassen und zum anderen die negativen Folgen der in Burghaun genehmigten Anlage zu verringern. So könne man zum Beispiel deren Betrieb auf die Tagstunden beschränken und zudem die Lichtmenge reduzieren und besonders grelles Licht vermeiden. / zi

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