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Mehr Erzieher für Hünfelder Kindergärten? SPD dafür, Fraktionen dagegen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Beim Thema Kinderbetreuung gingen die Wogen der Erregung bei den Stadtverordneten hoch. Die SPD hatte in einem Antrag gefordert, mehr Mittel für die Betreuung von Kindern über drei Jahren bereitzustellen. Die anderen Fraktionen lehnten das ab.

Ziel der SPD war es, die finanziellen Mittel so zu erhöhen, dass der Personalschlüssel 14 Prozent über dem gesetzlichen Mindeststandard liegt. In puncto Personalsituation liege der Landkreis Fulda hessenweit an letzter Stelle, erklärte Uwe Heinicke und bezog sich auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. „Wir dürfen hier nicht ins Hintertreffen geraten“, mahnte er.

Die Mehrkosten dafür würden sich jedoch auf 343 000 Euro pro Jahr belaufen, argumentierte Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) bereits in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Zudem sei der Personalschlüssel lediglich eine rechnerische Größe, er bilde aber die Personalsituation in der pädagogischen Praxis nicht ab. Die Betreuungsqualität im Landkreis und in Hünfeld liege auf einem sehr hohen Niveau.

Zwölf Fachkräfte werden benötigt

Hinzu komme, dass wegen des Gute-Kita-Gesetzes, dessen Maßnahmen zum 1. August 2020 in Kraft treten, Hünfeld ohnehin zwölf zusätzliche Fachkräfte benötige.

In der Stadtverordnetenversammlung rechnete auch CDU-Fraktionsvorsitzender Benjamin Tschesnok vor, dass der Personalschlüssel nicht mit der Betreuungsqualität gleichgesetzt werden dürfe. Der Vergleich Hünfelds mit der Stadt Darmstadt, den die SPD im Antrag vorgenommen hatte, sei unzulässig, da es dort Kitas mit einem höheren Migrationsanteil gebe.

Heinrich Heß (FDP) nannte den Antrag eine „löbliche Angelegenheit“, er schließe sich aber den Argumenten Schwenks an. Mit dem Gute-Kita-Gesetz werde ohnehin das umgesetzt, was die SPD wolle, erklärte auch Hermann Quell (CWE). / sam

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