Foto: Herbert Maschinenbau GmbH

240 Mitarbeiter betroffen – Herbert Maschinenbau meldet Insolvenz an

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Der Automobilzulieferer Herbert Maschinenbau aus Hünfeld hat beim Amtsgericht Fulda einen Antrag auf Insolvenz gestellt. 240 Mitarbeiter sind betroffen.

Die Belegschaft wurde über den Insolvenzantrag am Freitag in einer Mitarbeiterversammlung informiert. Hintergrund der Insolvenz sind kontinuierliche Rückgänge an Auftragseingängen seit Juni 2019, verbunden mit höheren Kosten durch Einfuhrzölle in die USA sowie Preis-Dumping in China und die anhaltende Diesel-Diskussion, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Sanierung als Ziel

Geschäftsführer Matthias Walter wird das von ihm inhabergeführte Unternehmen in Eigenverwaltung weiterführen, mit dem Ziel, das Unternehmen zu sanieren. Derzeit wird dafür ein entsprechender Maßnahmenkatalog erarbeitet. Diesem hat das Amtsgericht bereits zugestimmt und als Sachwalterin die Rechtsanwältin Sandra Mitter von der Kanzlei Westhelle & Partner aus Kassel eingesetzt.

240 Mitarbeiter sind betroffen

Betroffen von der Insolvenz sind 240 Mitarbeiter. „Wir bedauern diesen Schritt, sehen aber zum jetzigen Zeitpunkt keine Alternative. Die Branche befindet sich in einer tiefen Krise“, erklärt Walter, der zuvor bereits sämtliche Maßnahmen wie Arbeitszeitreduzierung und Stellenabbau umgesetzt hat, um eine Insolvenz abzuwenden – heißt es in der Mitteilung weiter.

Äußere Einwirkungen

„Wir stehen mit unseren Kunden, Lieferanten und auch den Kreditinstituten in einem sehr engen und transparenten Austausch“, betont Matthias Walter und sagt: „Herbert Maschinenbau hat einen guten Namen und steht für Qualität. Die Krise trifft uns durch äußere Einwirkungen, auf die wir keinen Einfluss nehmen können. Ich bin deshalb sehr dankbar, dass wir eine breite Unterstützung unserer Partner haben und voller Hoffnung, das Unternehmen wieder in die richtige Richtung zu bringen.“

Hünfelder Bürgermeister signalisiert Unterstützung

Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk äußerte sich wie folgt zur Schieflage bei Herbert Maschinenbau: „Die Herbert KG ist ein traditionsreiches und wichtiges Unternehmen für Hünfeld. Ich hoffe deshalb auch im Interesse der Beschäftigten, dass es weitergeht und tragfähige Wege gefunden werden, das Unternehmen in die Zukunft zu führen. Die Stadt Hünfeld wird dabei alles tun, soweit es in ihren Kräften steht, diesen Prozess zu unterstützen und zu begleiten. Dazu stehen wir bereits in Gesprächen.“ / akh

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