Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Mitglieder der FBG Burghaun beraten: Neue Holzvermarktung im Blickpunkt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hosaschenbach - Waldbesitzer und Kommunen in Hessen müssen sich ab 2021 beim Holzverkauf umstellen. Die „Neuordnung der Holzvermarktung“ aufgrund der Änderung des Hessischen Waldgesetzes beschäftigte auch die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Burghaun, erklärte Vorsitzender, Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteilos), bei der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Hofaschenbach.

Aus kartellrechtlichen Gründen darf Hessen Forst nur noch Holz aus dem Staatswald auf dem Markt absetzen. Die hessischen Waldbesitzer müssen sich daher umorientieren, unter anderem eigene Holzvertriebsgemeinschaften (HVO) bilden.

Es sei wichtig, so Scheich, die Verzahnung von Privat- und Kommunalwaldbesitzern zu erhalten. Er nannte zur Neuorganisation zwei Möglichkeiten. Den Beitritt der FBG Burghaun zur Holzvermarktungsgemeinschaft (HVO) Rhön-Vogelsberg-Burgwald mit Projektförderung des Landes Hessen beziehungsweise die Holzvermarktung über einen privaten Dienstleister.

Bündel von Bedingungen und Voraussetzungen

FBG-Geschäftsführer Axel Semmler erläuterte, eine solche Organisation müsse mindestens 10 000 Hektar umfassen und innerhalb von drei Jahren mindestens 120 000 Festmeter Holz vermarkten. So verlange es Hessen, das eine Anschubförderung leiste. Beschäftigte müssten angestellt, Geräte gekauft, ein Büro eingerichtet werden.

Aufgrund eines ganzen Bündels von Bedingungen und Voraussetzungen, von denen die Förderung abhängig sei, sehe er diesen Weg als schwierig an, wenn man ihn – wie angeregt – mit sieben Forstamtbezirken gehe. Demgegenüber hält er einen solchen Zusammenschluss für die Forstamtsbezirke Hofbieber, Fulda und Burghaun für überschaubarer.

Kommunen und Privatwaldbesitz sind zufrieden

Eine weitere Möglichkeit in der gemeinsamen Holzvermarktung könnte über einen Dienstleister geschehen. Mit einem solchen hat der Vorstand bereits Gespräche von Seiten des Vorstandes geführt. Dieses Unternehmen vermarkte jährlich rund 250 000 fm Holz von 30 Betrieben aus eigenen, privaten und kommunalen Waldbesitzverhältnissen. Bei dieser Lösung gebe es zwar keine Fördermittel, man benötige aber auch keinen finanziellen Einsatz.

Im Landkreis Fulda seien die Kommunen und Privatwaldbesitzer mit der Betreuung und den Leistungen durch die hiesigen Forstämter und deren Revierförster zufrieden, unterstrich Christoph Müller, Vorsitzender der Kreisgruppe Fulda im Hessischen Waldbesitzerverband.

Eigeninitiative soll ergriffen werden

Eine „Vollverpflegung“, wie man sie von Hessen Forst aus den zurückliegenden Jahren kenne, werde jedoch nicht mehr zurückkommen. Das Kartellamt habe anders entschieden, und dementsprechend müsse man sich darauf einstellen. Der Privatwald sei gefordert Eigeninitiative zu ergreifen, sei es als einzelner Waldbesitzer oder als Mitglied in einer Forstbetriebsvereinigung.

Müller befürwortet eine aus den FBGs „Hessische Rhön“ Hofbieber, Neuhof, Burghaun, Schlitzerland und Fulda bestehende HVO, die man Schritt für Schritt dahingehend ausbaue, dass sie später die gesamte Beförsterung eigenständig abwickelt. Wichtig sei, dass der Kommunal- und Privatwald zusammenbleiben und für Privatwaldbesitzer auch in Zukunft eine tragfähige Lösung Bestand hat. Dies alles sei mit viel Arbeit und Risiko verbunden. Landrat Bernd Woide (CDU) habe Unterstützung des Kreises signalisiert, so Müller.

Vermittlung von Holz bis Ende 2020

Mit der Zukunft der Holzvermarktung befasste sich auch der anwesende Burghauner Forstamtsleiter Sebastian Keidel. Neue Tendenzen in der Übernahme bisherig erbrachter Leistungen durch Hessen Forst zeichneten sich ab, sofern der Staatsbetrieb nicht in den Besitz verkaufsrelevanter Daten gelange. Dazu zählten unter anderem Verkehrssicherung, Kulturbegründung, Jungwuchs- und Bestandspflege sowie das Auszeichnen und die Durchführung des Holzeinschlags.

Bis Ende 2020 könne das Forstamt Burghaun in seinem Bereich die Vermittlung von Holz übernehmen. Eine gemeinsame Vermarktung von Kommunal- und Privatwald sei möglich. Keidel informierte auch über die Schadbuche und Fichtenholz-Probleme.

Der Holzmarkt sei für Nadelholz, insbesondere bei der Fichte, weiterhin übersättigt. Bei Laubholz bestehe eine stabile Mengennachfrage bei stabilen Preisen.

Auf Anfrage von Lothar Röder (Neunhards) räumte der Forstamtsleiter ein, dass es infolge der derzeitigen Waldsituation bei der großen Nachfrage nach Jungpflanzen sicherlich zu Engpässen kommen werde. / bh

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