Gemeinsam arbeiten wollen Walter (links) und Johannes Vogt nicht nur, wie auf diesem Bild, im heimischen Wohnzimmer: Nach seinem BWL-Studium macht der Junior gerade eine Malerlehre, um später den elterlichen Betrieb übernehmen zu können. / Foto: Hartmut Zimmermann

Nach der Uni auf die Berufsschule: BWLer will heimischen Maler-Betrieb übernehmen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Johannes Vogt aus Hünfeld ist der Senior in seiner Berufsschulklasse. Dafür hat der angehende Maler- und Lackierergeselle schon einen Uni-Abschluss als „Bachelor of Science“ in der Tasche.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Die Überlegung, dem BWL-Studium eine Handwerksausbildung folgen zu lassen, hatte er schon im Gepäck, als er nach dem Abitur an der Wigbertschule zur Uni nach Göttingen fuhr. Denn „Zuhause“ ist für ihn nicht nur die Familie, sondern auch der Malerbetrieb seiner Eltern Gisela und Walter, den die Vogts derzeit in der zweiten Generation führen. Er ließ im Gespräch mit seinem jetzt 59 Jahre alten Vater erst einmal offen, wohin der Weg schließlich führen würde. Doch so etwa zur Halbzeit der Uni-Jahre war klar: Johannes Vogt wollte ins Malerhandwerk.

Ausbildung in Frankfurt

So schloss sich eine Ausbildung zum Maler und Lackierer an – im Rhein-Main-Gebiet. Denn seine Lehre macht er nicht im elterlichen, sondern bei der Frankfurter Firma Mensinger. „Das ist mit rund 70 Mitarbeitern einer der wenigen Großbetriebe in der Branche“, berichtet Vogt. So lerne er neben den vielen wichtigen Dingen des Handwerks zugleich auch eine ganz andere Betriebsstruktur und Arbeitsweise kennen. „Das ist schon völlig anders als in einem mittelständischen Betrieb, wie meine Eltern ihn führen – jeden Tag 60 Maler den verschiedenen Baustellen zuzuordnen, verlangt großes organisatorisches Geschick.“ Und außerdem sei es toll, in der Frankfurter City auf einem Gerüst zu stehen und beim Arbeiten an einer Fassade die Sonne über der Skyline von „Mainhattan“ aufgehen zu sehen.

Gesellenprüfung im Sommer, dann Meisterschule

Die Ausbildungszeit hat Vogts Arbeitgeber aufgrund der Vorkenntnisse von drei auf zwei Jahre reduziert – im Sommer steht die Gesellenprüfung an. „Die Anforderungen sind ganz schön hoch – es hat schon seit Jahren keine Prüfung mit ,sehr gut‘ gegeben“, berichtet Vogt. Den Lern-Schwung in Theorie und Praxis, den er für die Gesellenprüfung braucht, will Vogt gleich ausnutzen, um die nächste Hürde zu nehmen: Im September soll ein einjähriger Kursus an einer Meisterschule beginnen.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Hünfelder Zeitung und im E-Paper. Dort finden Sie auch ein Interview mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fulda, Dietmar Weidenbörner.

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