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Nach Kneipenschlägerei: 21-Jähriger zu zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eiterfeld/Fulda - Ein 21-Jähriger Eiterfelder ist am Montag vom Schöffengericht des Amtsgerichts Fulda wegen schwerer Körperverletzung zu insgesamt zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe wird zu Bewährung ausgesetzt. Der Verurteilte muss sich einem Anti-Aggressionstraining unterziehen.

In der Verhandlung ging es um eine Schlägerei, die sich im Dezember 2014 zu nächtlicher Stunde vor einer Eiterfelder Pizzeria ereignet hatte. In dem Lokal hatten vier junge Eiterfelder eine Kneipentour ausklingen lassen wollen. Für drei von ihnen endete der Tag im Krankenhaus. Denn einer hatte nach einer als Beleidigung aufgefassten Äußerung einen anderen Gast ins Gesicht geschlagen. Wenig später betraten zwei Neffen und der Sohn des Geohrfeigten das Lokal. Vom Wirt vor die Tür geschickt, kam es draußen zu Handgreiflichkeiten, bei denen drei Mitglieder des Feier-Quartetts teilweise schwer verletzt wurden. Verteidiger Hans-J. Hauschild forderte Freispruch. „In der Sache wissen wir nichts“, sagte er und verwies auf die Widersprüche in den Zeugenaussagen. Sein Mandant, der auch am zweiten Verhandlungstag schwieg, sei von zwei oder drei Mitgliedern der anderen Gruppe bedrängt worden und habe daher aus Notwehr gehandelt. Staatsanwaltschaft: „Notwehr verbietet sich“ Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah das ganz anders. Zwar seien die Aussagen der Mitglieder des Feierquartetts nicht immer stimmig. Doch deute nichts auf Absprachen hin oder gar darauf, dass man das Geschehen habe dramatisieren wollen: „Da hätte man die Verletzungen erheblich dramatischer schildern können. Von Notwehr zu sprechen, wenn der Angeklagte einen der Geschädigten mit einem Metallnotenständer in den Rücken schlage, verbiete sich. Daher müsse man wegen der Fausthiebe und der Schläge mit dem Notenständer von einfacher und in zwei Fällen von schwerer Körperverletzung ausgehen. Ihre Forderung: eine Haftstrafe von insgesamt zwölf Monaten und eine Geldbuße von 16 Tagessätzen. Die Strafe solle drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden und von einem Anti-Aggressionstraining begleitet werden. Arbeitsauflage statt Geldbuße Die Schöffen und Richter Christoph Mangelsdorf folgten weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Angesichts der finanziellen Lage des Angeklagten sprach sich das Gericht statt für eine Geldbuße für eine Arbeitsauflage aus. Im Gegensatz zum Appell des Verteidigers hatte sich das Gericht entschieden, den jungen Mann als Erwachsenen zu behandeln. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte, der zur Tatzeit noch unter 21 Jahren alt gewesen war, sei trotz intensiver Bemühungen für die Mittel des Jugendstrafrechts nicht mehr erreichbar. Gegen das Urteil sind Revision und Berufung möglich. Im Laufe der Verhandlungen hatte es zeitweise großes Chaos um die Zeugenaussagen gegeben. Lesen Sie mehr dazu: Schläge mit Faust und Notenständer: Aussagen-Wirrwarr bezüglich Suff-Keilerei in Eiterfelder Pizzeria. / zi

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