Der Marderhund fühlt sich in Osthessen wohl. / Foto: Julian Stratenschulte

Ein neuer Bewohner der osthessischen Wälder: Der Marderhund

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Nicht nur das sich wandelnde Klima verursacht Veränderungen in der Natur: Mit dem Marderhund ist ein Säugetier bei uns heimisch geworden, das vor langen Jahren besonders in Russland wegen seines Pelzes ausgewildert wurde.

Mittlerweile hat er sich in heimischen Jagdrevieren eingebürgert, berichtet der ehemalige Forstbeamte und langjährige Leiter des Hegeringes Burghaun, Klaus Wolff (Hünhan). Er selbst sei schon vor rund zehn Jahren bei einem Waldbegang mit einem Hünhaner Waldbesitzer an einem Reisighaufen auf ein solch pelziges Tier gestoßen. Im Jagdjahr 2013/2014 fand sich der Marderhund dann in der Jagdstrecke der Hegegemeinschaft. Das Tier, das auch unter dem Namen Enok bekannt ist, war zwischen Großenmoor und Rothenkirchen erlegt worden.

Marderhund oder Waschbär?

Vom Äußeren ähnelt der Marderhund dem Waschbären. Beide Arten verbindet auch die Art, wie sie zu uns gelangt sind. Während die ursprüngliche Heimat des Waschbären in Nordamerika liegt, ist der Enok eigentlich an der Pazifikküste Sibiriens und Nordchinas zuhause. Weil ihr Fell begehrt war, wurden sie importiert. Der Marderhund war bereits im 19. Jahrhundert in Westrussland ausgewildert worden, weitere Tiere setzte man bis 1955 in der Ukraine aus. Von dort aus ging es westwärts. Noch vor dem Mauerbau – 1962 – wurde das erste Tier in der Bundesrepublik erlegt.

Jäger fordern ganzjährige Bejagung

Jäger, aber auch Naturschützer stimmt das besorgt. Denn der Enok, der nur so rare natürliche Feinde wie Luchs und Uhu hat, frisst Aas, Früchte und Wurzeln, kann aber auch dem Niederwild (Hase, Rebhuhn, Birkwild) und am Boden brütenden Vögeln zusetzen. Auch Frösche und Kröten stehen auf seinem Speiseplan. Jäger und Naturschützer fordern eine ganzjährige Bejagung. Die hessische Jagdverordnung erlaubt die Jagd aber nur zwischen dem 1. September und dem 28. Februar.

Den ausführlichen Bericht finden Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung und im E-Paper. Dort steht auch ein „Steckbrief” und ein Vergleich von Marderhund und Waschbär. / bh

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