Foto: Helmut Käsmann

Neues Konzept für Museum Modern Art in Hünfeld

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Mit einer Sonderausstellung zu Jürgen Blum und zum eigenen 30. Geburtstag startet das Museum Modern Art Hünfeld in die nächste Ausstellungssaison. Ein neues Konzept sieht vor, dass das Haus zur Plattform für junge Künstler wird.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

In einem Gespräch mit unserer Zeitung schilderten Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk sowie Charly Möller, Kurator der ersten 2020er-Schau, wie es in naher, aber auch in ferner Zukunft mit dem Haus weitergehen soll. Nötig wurde eine Neuausrichtung wegen der Trennung vom bisherigen Kurator, dem Burghauner Galeristen Günter Liebau.

Am Anfang steht eine Würdigung des Mannes, der das Museum 1990 gegründet hatte sowie ab 1997 Hünfelds Offenes Buch „bestückte“. Blum (1930 – 2015) „war von unschätzbarem Wert für die Stadt“, wie Schwenk jetzt betonte. Denn er habe nicht nur eine umfassende Sammlung zusammengetragen, auf die die Stiftung Museum Modern Art gründe, sondern er habe die Haunestadt weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Nicht zuletzt, weil sie durch Blum auch attraktiv wurde für Künstler vom Rang beispielsweise eines Eugen Gomringer.

Schau wartet mit Überraschungen auf

Die erste Ausstellung unter neuer Ägide wird am 22. März um 15 Uhr eröffnet. Gezeigt werden zahlreiche Arbeiten Blums, die sich zum größten Teil im Besitz von Charly Möller befinden. Der Hünfelder Architekt gehört seit seiner ersten Begegnung mit Blum – 1986 – zu den Menschen, die der passionierte Sammler konkreter Kunst begeistern konnte. Der Fokus der Schau, die bis zum 2. August dauern wird, liegt dabei auf den drei Jahrzehnten von dessen Wirkens auf dem Gelände des alten Gasometers.

Präsentiert wird dabei die große Vielfalt seiner Kunst, die über serielle Strukturen und streng konzipierte „Spannungsfelder“ hin zu den berühmten Würfeln reicht. Ein paar Überraschungen hält die Schau außerdem parat, darunter biblische Bilder, die um 2000 entstanden und geradezu realistische Illustrationen sind, sowie Arbeiten, die vor der Museumsgründung geschaffen wurden, darunter Collagen-artige Werke. Außerdem zu sehen: Blums „Kunst zum Beißen“, wie er laut Schwenk Malereien genannt hatte, die sich einfach gut verkaufen ließ: Landschaften, Stadtansichten, Bürgerhäuser. Hinzu kommen Fotowände zum Offenen Buch und zu Objekten im Öffenlichen Raum.

Zwei Sonderausstellungen im Jahr mit wechselnden Kuratoren

Gegen Ende August dann wird das neue Konzept des Museums greifen. Es sei im Sinne Jürgen Blums, sagte der Bürgermeister, junge Künstler zu fördern. „Wobei ,jung‘ sich nicht auf das Alter beziehen muss“, wie er hinzufügte. Den Anfang soll eine Gruppe von Berlinern machen, und auch der Kurator oder die Kuratorin solle aus der Hauptstadt stammen. Dahinter stünde natürlich der Gedanke, „das Kleinod, das wir hier haben, für zeitgenössische Kunst zu öffnen“.

Angedacht seien zwei Sonderausstellungen im Jahr mit wechselnden Kuratoren. Und wenn die Stadtverwaltung aus den Containern ausgezogen sei (wegen des Umbaus des Hünfelder Rathauses sind die Mitarbeiter dort noch „bis vermutlich Ende des Jahres“, so Schwenk, untergebracht), werde darin alsbald auch wieder die Sammlung präsentiert werden können. Ferner stünden Sanierungen unter anderem im Toilettenbereich an.

Die administrative Leitung des Hauses wird die Museologin Ute Schneider vom Zuse-Museum übernehmen. Ferner werden sich Museumsbeirat, der Förderverein des Museums, der Idea-Kunstverein und natürlich die Stadt Hünfeld einbringen.

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