So gemütlich rollt es sich auf dem Nüsttal-Radweg – hier der Abschnitt zwischen Silges und Mackenzell.
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So gemütlich rollt es sich auf dem Nüsttal-Radweg – hier der Abschnitt zwischen Silges und Mackenzell.

Zwischen Wald und Feld

Der Nüsttal-Radweg: Eine Tour durch ländliche Idylle pur

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Die Nüst schlängelt sich durch das idyllische Tal, dem sie seinen Namen verliehen hat. Ganz in der Nähe der B27-Abfahrt Hünfeld-Süd mündet sie in die Haune. Davon wenige Kilometer flüsschenaufwärts beginnt – oder endet, je nach Fahrtrichtung – der Nüsttal-Radweg. 

Nüsttal - „Es ist das Wechselspiel zwischen Wald und Feld. Und die Strecken sind leicht befahrbar“, beschreibt Thomas Bug, der Hauptamtsleiter der Gemeinde Nüsttal das, was den Radweg für ihn reizvoll macht. Über 26 Kilometer führt der vor sieben Jahren seiner Bestimmung übergebene Weg vom Hünfelder Stadtteil Nüst durch die Gemarkung der Gemeinde Hofbieber bis in den Hilderser Stadtteil Eckweisbach – womit die Verbindung ins Scheppenbachtal und der Anschluss an den Milseburg-Radweg hergestellt wäre.

Größere Ansiedlungen werden nicht durchquert – im Gegenteil: Keiner der Orte, die der Nüsttal-Radweg streift, zählt mehr als 500 Einwohner. Das macht diese Tour gemütlich und entspannend – und sorgt für ein schönes Naturerlebnis im entsprechenden ländlichen Rahmen. Und das Schöne: Abseits des Radwegs gibt es einiges zu entdecken.

Der Einstieg erfolgt beim Liethring im Hünfelder Stadtteil Nüst – bei Streckenkilometer 26. Und schon in Mackenzell lohnt sich ein erster Stop, um einen Blick auf die direkt am Weg liegende Herrenmühle oder auf das linkerhand befindliche Schloss zu werfen. Rund drei Kilometer sind es von Mackenzell bis nach Silges, dem ersten Ort auf Nüsttaler Gemarkung. Das 400-Seelen-Dorf ist so etwas wie der ökologische Hotspot auf dem Radweg. Silges – das steht für bemerkenswerte Umweltprojekte. Wer dort vom Rad absteigen möchte und per pedes weiter will, kann sich auf einen der Rhön-Rundwanderwege begeben, die vom Ort ausgehen – oder staunend feststellen, dass die Kindertagesstätte „Grashüpfer“ über ihr eigenes Stück Wald verfügt.

Nur ein Katzensprung ist es von Silges nach Rimmels, das 1984 und 1986 zum schönsten Dorf Hessens gekürt wurde. Blickfang ist die barocke Steinbrücke von 1752 über die Nüst. Blickfang könnten auch – sofern sie mal in ihrem Heimatort weilen – die berühmtesten Töchter Rimmels’ sein, die Marathon-Zwillinge Lisa und Anna Hahner. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass sie ausgerechnet auf dem Nüsttal-Radweg in ihrem hohen Dauerlauf-Tempo die dort gemütlich dahinrollenden Pedaleure überholen.

Weiter geht es nach Morles, wo der Radfahrer kurz absteigen und die „Vogelwirtschaft“, einen prächtigen Fachwerkbau aus dem Jahr 1774, bewundern kann. Und wer seine Tour auf dem Nüsttal-Radweg auf den Herbst 2021 verschiebt, der kann in Morles der Holzschuhkirmes beiwohnen. Das dörfliche Ereignis ist von Corona zunächst einmal nicht betroffen, weil es ohnehin nur alle zwei Jahre stattfindet. Manch gute Gelegenheiten vereitelt die Pandemie jedoch – beispielsweise einen kühlenden Sprung ins Wasser des Freibads von Gotthards.

Hinter dem anerkannten Erholungsort verlassen wir das Nüsttaler Gemeindegebiet. Durch die kleinen Hofbieberer Ortsteile Wallings, Mahlerts und Unterbernhards geht es zum Endpunkt, zu Kilometer null, nach Eckweisbach hinab. Für Durst und Hunger der Radler steht dort, aber auch schon vorher an vielen Punkten nahe der Strecke, die Gastronomie mit einladenden Cafés und Speiselokalen bereit. Und auch die Füße können auf eine Erfrischung hoffen: Im Hilderser Ortsteil gibt es ein Wassertretbecken. Eine kleine Kneippkur wäre vielleicht gar nicht schlecht, sollte es anschließend auf dem Milseburg-Radweg weitergehen.

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