Gut zu tun hatte der gemeindliche Räumdienst zuletzt – wie hier am Morleser Wachtberg.
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Gut zu tun hatte der gemeindliche Räumdienst zuletzt – wie hier am Morleser Wachtberg.

Der Hof leide darunter nicht

Wie Landwirt Thomas Kapelle dem Bauhof in Nüsttal beim Winterdienst hilft: „Der Traktor stünde sonst herum“

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Während die Räumdienste in den vergangenen Wintern herzlich wenig zu tun hatten, mussten sie zu Beginn dieses Jahres nach den ergiebigen Schneefällen in der Region ausrücken. Zum Teil werden die Gemeinden dabei von Landwirten unterstützt.  

Nüsttal - Die Bauern stehen mit ihren Fahrzeugen dem Bauhof Nüsttal quasi als „Lohnarbeiter“ beiseite und stellen ihren Einsatz in Rechnung, mit dem sie die Gemeindewege von Schnee und Eis befreien. Thomas Bug, Leiter des Hauptamts der Gemeinde Nüsttal, befürchtet allerdings, dass die Bereitschaft für derlei Hilfsdienste allgemein nachlässt: „Nicht nur, dass die Landwirte viele Jahre vergeblich Gewehr bei Fuß gestanden haben, weil es einfach nicht geschneit hat. Für sie ist es auch schwierig, frühmorgens zum Räumen auszurücken, wenn sie eigentlich in den Stall müssten.“

Viel Schnee in Nüsttal: Darum unterstützen die Landwirte den Bauhof

Zumindest das ist für Thomas Kapelle allerdings kein Problem: „Wie haben alles organisiert, der Hof leidet nicht darunter.“ Der Landwirt aus Rimmels teilt sich den Räumdienst der Gemeinde mit dem Bauhof seit nunmehr zwölf Jahren und hat sich darüber hinaus mit der Stadt Hünfeld auf den Winterdienst im Stadtteil Dammersbach verständigt. Kapelle betrachtet das als willkommenes Zubrot: „Der Traktor ist ohnehin da, er würde im Winter herumstehen. So können wir ihn nutzen.“

Das nötige Equipment – Schneeschaufeln, Schneeketten und ähnliches – hat sich der Landwirt selbst angeschafft, damit er auch externe Aufträge annehmen kann. „Ich möchte eigentlich schon ganz gerne dabei bleiben“, sagt Kapelle zu seinem „Nebenjob“. Natürlich sei es gerade in jenen Jahren nervig, sich bereithalten zu müssen, in denen der Wetterbericht die Frage „Schneit es nun wirklich, oder regnet es vielleicht doch nur?“ nicht genau beantworten könne. Trotzdem sieht es der Rimmelser gelassen: „Wir hatten in den letzten Jahren Hochs und Tiefs – mal viel Schnee, mal gar keinen, mal ein bisschen. Das gehört dazu.“

So wird geräumt, wenn viel Schnell fällt: Thomas Bug von der Gemeinde Nüsttal gibt Einblicke

Wie und wo geräumt wird, ist genau festgelegt. Wie Thomas Bug für Nüsttal erklärt, rücke man auf den Gemeindestraßen nur auf Steigungs- und Gefällstrecken dem Schnee zu Leibe. Außerdem würden Kreuzungen freigeschaufelt. Wo die Straße eben verläuft, müssen die Verkehrsteilnehmer mit den natürlichen Gegebenheiten klarkommen. Bei Schneefall stets kritisch kann es am Morleser Berg werden. Doch die Verbindung zwischen Nüsttal und Hofbieber fällt als Landesstraße nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde. Dort räumt das Straßenbauamt.

Der Schnee wird übrigens mit dem aus ökologischen Gründen nach wie vor verpönten Salz bekämpft – wieder. Splitt als Streumittel habe sich nicht bewährt, weiß Bug. Der gelange später in die Kanalisation und setze sich in den Rohren ab: „Wer schon mal eine Kanalreinigung veranlasst hat, weiß, wie teuer das ist.“

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