Auf diesem Areal rechts der Straße Am Aschenbacher Steg“ in Morles möchte sich ein Lebensmittelmarkt ansiedeln. Derzeit gibt es in Nüsttal mit Ausnahme eines Bäckers kein Lebensmittelgeschäft.
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Auf diesem Areal rechts der Straße Am Aschenbacher Steg“ in Morles möchte sich ein Lebensmittelmarkt ansiedeln. Derzeit gibt es in Nüsttal mit Ausnahme eines Bäckers kein Lebensmittelgeschäft.

Bebauungsplan der Gemeinde

Nüsttal: Bekommt Morles einen Lebensmittelmarkt?

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Für Nüsttal könnte die seit Jahren immer wieder erhoffte, aber bislang gescheiterte Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts Wirklichkeit werden. Um seitens der Gemeinde alle Hürden aus dem Weg zu räumen, hat die Gemeindevertretung den Flächennutzungsplan geändert.

Nüsttal - „Das Thema treibt uns schon lange um, aber jetzt haben wir einen Investor und einen Betreiber, die hier einen Lebensmittelmarkt errichten und führen wollen“, berichtete Bürgermeisterin Marion Frohnapfel (CDU) am Mittwochabend in der Sitzung im Bürgerhaus von Hofaschenbach.

Doch Frohnapfel war bemüht, das Thema sehr nüchtern und ohne großen Optimismus zu behandeln: Es müssten noch Hürden überwunden werden. Dabei geht es nicht um das Projekt „Einzelhandel in Nüsttal“ an sich, sondern um den Standort, den die Interessenten sich ausgesucht habe: Es ist eine Fläche zwischen der Hauptstraße, der Schulstraße und dem Weg „Am Aschenbacher Steg“: Dort soll auf der rechten (westlichen) Seite des Aschenbachs der Markt gebaut werden. Allerdings ist das Areal, das derzeit als Weide genutzt wird, als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Der Standort sei aber nicht einfach gegen andere Flächen austauschbar, unterstrich Frohnapfel. Wenn sich in Nüsttal ein Geschäft ansiedle, brauche es auch Kunden und sei auf die durchfahrenden Pendler mit angewiesen: Gerade die Lage an den beiden Landesstraßen mache die Qualität der Fläche aus. (Lesen Sie hier: Aktuell treibt der Borkenkäfer in Nüsttal sein Unwesen)

Lebensmittelmarkt in Morles: Welcher Anbieter kommt?

Ein erster Versuch, den Status „Landschaftsschutzgebiet“ aufzuheben, sei beim Regierungspräsidium in Kassel abgelehnt worden. Daraufhin habe eine Nüsttaler Delegation persönlich bei der Oberen Naturschutzbehörde vorgesprochen und auf die Bedeutung des Projekts für die Grundversorgung und für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im ländlichen Raum hingewiesen und erzielte einen Zwischenerfolg: Der Antrag zur Entlassung er Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet ist gestellt. In den nächsten Wochen wird über ihn entschieden.

Um rasch handlungsfähig zu sein, beschloss die Gemeindevertretung einstimmig zum einen die Aufstellung einer Änderung für den dort geltenden Flächennutzungsplan und des BebauungsplansLebensmittelmarkt“. „Wir wollen ein klares Signal geben, dass wir den Markt wollen“, war man sich einig. Es gehe um ein Geschäft mit 800 Quadratmetern. Damit liegt die Größe im Rahmen dessen, was der Regionalplan erlaubt.

Welcher Anbieter den Markt in Morles betreiben will, verriet Frohnapfel nicht. (Lesen Sie hier: In Fulda geht der Lebensmittler Tegut neue Wege: Der erste Mini-Shop Tegut teo wurde eröffnet.)

Nüsttal: Zusammenarbeit mit Burghaun, Hünfeld und Rasdorf

Weil das Onlinezugangsgesetz (OZG) Bund, Länder und auch die Gemeinden und Städte verpflichtet, bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen auch digital anzubieten, wollen auch die Kommunen des Zweckverbands Hessisches Kegelspiel daher ihre Kräfte bündeln. Daher haben Burghaun, Hünfeld, Nüsttal und Rasdorf eine Kooperationsvereinbarung formuliert, um eine Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) für die Digitalisierung zu gründen. Das Land Hessen unterstützt solche Vorhaben, was den teilnehmenden Kommunen einen Zuschuss von jeweils 25.000 Euro beschert.

„Es ist gut, dass wir uns dieser Aufgabe im Verbund stellen“, unterstrich Andreas Heß (CDU). Dabei gehe es neben den Abstimmungen in der Startphase auch um gemeinsames Vorgehen beispielsweise beim Datenschutz und bei Software-Lizenzen. Auch Bernd Schiffhauer (CWE) lobte das Vorgehen und die Vorgaben des OZG: So könnten Prozesse schlanker und transparenter werden. Die Vertretung stimmte einmütig für dieses Vorhaben. Auch die Vertretungen der drei anderen Kommunen hatten in den vergangenen Tagen einstimmig für den IKZ-Start gestimmt.

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