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Perspektive für Kitas im Landkreis: Fachtag in Hünfeld

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Mit dem brennenden Thema „Qualitätsverbesserung in Kindertagesstätten“ befasste sich vergangene Woche ein vom Landkreis initiierter Fachtag speziell für Leitungskräfte und Träger kommunaler Kindertagesstätten und Kitas in Vereinsträgerschaft.

Sie lesen eine Pressemitteilung des Landkreises Fulda im Wortlaut: Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Verantwortlichen Perspektiven und Unterstützungsangebote zu entwickeln, um Kindertagesstätten im Landkreis in Sachen Qualität fit für die Zukunft zu machen.

Während in Deutschland in den letzten Jahren vor allem um den zahlenmäßigen Ausbau von Kindertageseinrichtungen diskutiert und gerungen wurde, hat das Thema Qualität im Sinne einer einheitlichen Umsetzung konkreter Bildungsinhalte kaum Gehör gefunden. Der von der Kindertagesstätten-Fachberatung ins Leben gerufene Fachtag mit 80 Teilnehmern wollte dies ändern.

Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt legte den Fokus auf zwei Herausforderungen, denen die Leitungen von Kindertageseinrichtungen im Hinblick auf das Qualitätsthema heute gegenüber stünden: den demografischen Wandel, der die Personalgewinnung künftig stark erschweren werde, da eine hohe Zahl von qualifiziertem Personal in den Ruhestand gehe und gleichzeitig Nachwuchs fehle, sowie zunehmende Herausforderungen in der bisweilen konfliktreichen Kommunikation mit manchen Eltern.

Fachdienstleiterin Edith Jordan freute sich insbesondere über die Anwesenheit zahlreicher Träger-Vertreter, denen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Implementierung von Qualitätsverbesserungen zukomme. Prominente Unterstützung hatte sich der Fachdienst mit Dr. Ilse Wehrmann geholt. Die Expertin für frühkindliche Bildung berät seit vielen Jahren Politik und Wirtschaft. In ihrem Impulsvortrag legte sie dar, woran es in Deutschland diesbezüglich hapere:

Sinkende staatliche Ausgaben für Bildung insgesamt und dabei noch unzureichende Investitionen in vorschulische Bildungsangebote, föderalismusbedingt uneinheitliche Bildungspläne in den Ländern, mangelnde Kontrolle und Evaluation bei der Umsetzung von Qualitätsmanagement-Systemen vor Ort sowie ein uneinheitliches System verschiedener Träger ließen frühkindliche Bildung hierzulande einem „Flickenteppich“ gleichen.

Man sei sich zwar weitgehend einig, dass Bildung die Zukunft Deutschlands sei, aber bisher mangele es an einer echten landesweiten Bildungsreform sowie Projekten mit Langzeitwirkung. „Die Entwicklung von Kindern unter sechs Jahren hängt hierzulande von der Finanzkraft der Kommunen ab“, fiel Dr. Wehrmanns Urteil aus.

Dabei komme insbesondere den Leitungskräften von Kindertageseinrichtungen mit ihren vielfältigen Aufgaben – sie seien nicht nur Manager eines mittelständischen Betriebs, sondern auch Erziehungspersonen mit Führungsverantwortung – eine zentrale Rolle für die Umsetzung von Qualitätsvereinbarungen und Bildungsplänen zu. Dennoch hätten in den meisten KiTas die Leitungskräfte keine oder nur wenig Zeit für die Wahrnehmung ihrer Leitungsaufgaben.

Dieser Wirklichkeit Rechnung tragend galt daher der zweite Teil der Veranstaltung der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungen für die Qualitätsverbesserung in Kindertagesstätten. In sechs verschiedenen Workshops zu Themen wie Evaluation und Weiterentwicklung vor Ort, Sicherstellung von Leitungskompetenz durch Aus-, Fort- und Weiterbildung, Qualitätsanforderungen für Leitungskräfte, Gesundheitsförderung von Leitungskräften und Qualität aus Kindersicht konnten sich die Teilnehmer austauschen und ihre Ideen einbringen. Hierbei wurde schnell der Wunsch nach verbindlichen Standards, wie beispielsweise die Freistellung für Leitungsaufgaben, laut. / HZ

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