Der Betrieb des gerade zugefrorenen Haunestausees bei Marbach ist die Kernaufgabe des Wasserverbands Haune. Die Marktgemeinde Burghaun, der größte Einzahler, strebt nun an, den Verbandssitz von Petersberg nach Burghaun zu verlegen und möchte auch die künftige Verbandsführung stellen.
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Der Betrieb des gerade zugefrorenen Haunestausees bei Marbach ist die Kernaufgabe des Wasserverbands Haune. Die Marktgemeinde Burghaun, der größte Einzahler, strebt nun an, den Verbandssitz von Petersberg nach Burghaun zu verlegen und möchte auch die künftige Verbandsführung stellen.

Wird Sitz verlegt?

Wasserverband Haune: Gemeinde Burghaun will mehr Einfluss nehmen

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Die Marktgemeinde Burghaun strebt an, den Sitz des Wasserverbands Haune von Petersberg nach Burghaun zu verlegen. Insgesamt, so beschloss es die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung, will Burghaun dort mehr Einfluss nehmen und auch eine Person benennen, die sich um den Vorsitz der Verbandsversammlung bewirbt.

Petersberg/Burghaun - Der Wasserverband Haune besteht seit 1970; seit 1989 ist der Haunestausee bei Marbach im Betrieb. Das Bauwerk dient insbesondere dem Hochwasserschutz der hauneabwärts liegenden Orte von Rückers bis Bad Hersfeld. Die Kommunen und Landkreise gehören dem Wasserverband an und finanzieren ihn. Für Burghaun hatte der Anteil über längere Zeit bei jährlich rund 50.000 Euro gelegen, erläuterte Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos) in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Weil der Burghauner Anteil sich aber wegen anstehender Investitionen für 2021 auf 110.000 Euro mehr als verdoppelt, war der Punkt Thema in der Gemeindevertretung.

Sauerbier machte darauf aufmerksam, dass die Marktgemeinde aufgrund des von Anfang an geltenden Verteilungsschlüssels, der nach Flusskilometern und Hochwasserschutz-Vorteilen rechne, mit 37,5 Prozent der größte Einzahler sei. Daher würden sich die steigenden Anforderungen an den Verband auch besonders auf Burghaun auswirken. Burghaun sei finanziell wie auch aus Sicht des Zivilschutzes eng mit dem Hauneverband verknüpft. (Lesen Sie hier: Vandalismus am Hünfelder Bahnhof: Täter besprühen Bus und Wände mit roter Farbe).

Petersberg: Wasserverband Haune - Burghaun will Sitz der Geschäftsführung werden und Vorstand stellen

Dort gehe es in den Jahren 2021 bis 2023 um eine Sanierung der Staumauer, aber zeitnah auch um einen Wechsel an der Spitze des Verbands. Vorsitzender der Verbandsversammlung ist bislang noch Petersbergs früherer Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen, der von Geschäftsführer Martin Michel und Betriebsleiter Edgar Schäfer unterstützt wird. Sauerbier lobte den Einsatz des nebenberuflich tätigen Teams. Weil aus Altersgründen die Nachfolge an der Verbandsspitze zu regeln sei, machte er sich stark, dass Burghaun hier Flagge zeige.

„Uns hat das Thema bislang zu wenig interessiert“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Heß. Der Verband und der Haunestausee seien gerade in Zeiten des Klimawandels mit zu erwartenden größeren Wetterextremen wichtig. Burghaun als größter Nettozahler solle hier selbstbewusster auftreten. Auch Karlheinz Schott, Fraktionsvorsitzender der SPD, begrüßte die Pläne: Es sei gut, „von oben“ auf den Verband Einfluss zu nehmen. Auch sein Fraktionskollege Michael Bätza riet, im Wasserverband präsenter zu sein.

Christian Heß: Uns hat das Thema bislang zu wenig interessiert

Zu mehr Zurückhaltung riet hingegen die FDP. Deren Fraktionsvorsitzender Martin Gerlach betonte, es sei sinnvoll, das Burghauner Stimmgewicht in der Verbandsversammlung einzusetzen. Über den Verteilungsschlüssel der Kosten nachzudenken, sei angebracht. Aber nachdem über Jahre der Eindruck vermittelt worden sei, alles gehe seinen geordneten Gang, werde nun der Eindruck erweckt, nur Burghaun könne den Wasserverband retten. Ihm fehlten da ein Konzept und auch Namen. Für die FDP gebe es da zu viele unbeantwortete Fragen, um dem Punkt zustimmen zu können.

Bei vier Enthaltungen - darunter die drei Stimmen aus der FDP-Fraktion - stimmte die Gemeindevertretung dem Bürgermeister-Antrag zu.

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