Mit Bernhard Vogel erhält ein politisches Urgestein am Samstag kommender Woche den Point Alpha-Preis.
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Mit Bernhard Vogel erhält ein politisches Urgestein am Samstag kommender Woche den Point Alpha-Preis.

Ehemaliger Ministerpräsident

Kein Point-Alpha-Preis für 2021: Bernhard Vogel erhält Auszeichnung vom vergangenen Jahr

  • Harry Wagner
    VonHarry Wagner
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Der ehemalige Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Bernhard Vogel, wird am Samstag, 28. August, in der Point Alpha-Gedenkstätte den Point Alpha-Preis erhalten. Fest steht inzwischen: Der Preis, der eigentlich schon voriges Jahr an Vogel vergeben werden sollte, ist nun zur Auszeichnung für 2021 mutiert.

Geisa/Rasdorf - Pünktlich zum 88. Geburtstag des CDU-Politikers, am 19. Dezember 2020, sollte die Ehrung stattfinden. Allerdings hatte die Corona-Pandemie den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung gemacht – die festliche Veranstaltung musste abgesagt werden und wurde schließlich auf diesen Sommer neu terminiert.

Eine weitere Preisverleihung wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Das bestätigte Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Eisenach und ehemaliger Ostbeauftragter der Bundesregierung, auf Anfrage unserer Zeitung. Hirte ist der Vorsitzende des Kuratoriums Deutsche Einheit. Der eingetragene Verein besteht aus 13 Mitgliedern, die über die Preisträger entscheiden.

„Wir werden 2021 keine weitere Preisverleihung durchführen. Wir haben ja jetzt die Ehrung von Herrn Vogel“, bekräftigt Hirte. Die Laudatio auf den neuen Preisträger wird der Ministerpräsident von Hessen Volker Bouffier (CDU) halten. (Lesen Sie hier: Point Alpha Stiftung zieht Bilanz für 2020 - 40 Prozent weniger Gäste)

Kein Point-Alpha-Preis für 2021: Bernhard Vogel erhält Auszeichnung von 2020

Fürs kommende Jahr 2022 werde man den Point Alpha-Preis aber definitiv wieder verleihen. Hirte geht davon aus, dass dies am 17. Juni stattfinden wird. Einen Preisträger habe man bereits auserkoren, „aber den Namen wollen wir jetzt noch nicht veröffentlichen.“

Seit 2005 findet die Veranstaltung in der Gedenkstätte statt. Illuster war die Besetzung bei der Premiere, als die ehemaligen Präsidenten der USA, der Sowjetunion und Deutschlands – George Bush, Michail Gorbatschow und Helmut Kohl – für ihre Verdienste um die Überwindung der Teilung Europas geehrt wurden. Allerdings gab es den Preis nicht in jedem Jahr. Weder 2006 noch 2007, 2012 und 2018 wurde die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung vergeben.

Im Sinne der Point Alpha-Stiftung waren diese „Pausen“ allerdings nicht. Um sicherzustellen, dass der Preis jährlich verliehen werden kann, hatte der Stiftungsrat im Herbst 2018 einen Grundsatzbeschluss gefasst. Dieser besagt, dass die Stiftung die Aufgabe im Bedarfsfall selbst vornimmt. Sebastian Leitsch, seit vorigem Jahr hauptamtlicher Geschäftsführer der Stiftung, würde ein solches Vorgehen allerdings nicht für angebracht halten: „Natürlich arbeiten wir Hand in Hand, aber letztlich ist es die Angelegenheit des Kuratoriums, die Preisträger zu benennen.“

Video: Karl-Theodor zu Guttenberg auf Point Alpha - 30 Jahre Deutsche Einheit

Dass im vorigen Jahr keine Verleihung stattgefunden hat und der bereits für 2020 publik gemachte Preisträger nun auch im Mittelpunkt der 2021er-Zeremonie steht, stellt für Leitsch kein Problem dar: „Corona hat einiges durcheinander gebracht, das müssen wir akzeptieren. Und schließlich hat der Preis auch eine hohe Wertigkeit und darf nicht beliebig vergeben werden.“

Beim Blick auf die bisherigen Preisträger fällt übrigens auf: Eine Frau befindet sich (noch) nicht darunter. „Der Preis geht ja an politische Persönlichkeiten, und in der Vergangenheit war es zumeist so, dass die politische Landschaft sehr männlich geprägt war. Aber wir haben das Thema auf dem Schirm“, betont Christian Hirte.

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