Blick am alten Grenzzaun an der Grenzgedenkstätte Point Alpha vorbei auf einen DDR-Wachturm.
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Blick am alten Grenzzaun an der Grenzgedenkstätte Point Alpha vorbei auf einen DDR-Wachturm. Im Jahr 2020 waren hier 40 Prozent weniger Besucher.

Fast 57.000 Euro Verlust

Point-Alpha-Stiftung zieht Bilanz für 2020: 40 Prozent weniger Gäste im Corona-Jahr 

Die Corona-Pandemie hat naturgemäß für einen erheblichen Rückgang der Besucherzahlen in der Point Alpha-Gedenkstätte gesorgt. Das geht aus dem Jahresbericht der Point Alpha-Stiftung für 2020 hervor.

Besucherzahlen: Im vergangenen Jahr wurden 51.351 Gäste im US Camp und im Haus auf der Grenze gezählt, während es 2019 noch 83.132 waren – ein Minus von nahezu 40 Prozent. Dieser drastische Einbruch ist vor allem darauf zurückzuführen, dass deutlich weniger Gruppen kommen konnten, während die Zahl der Einzelbesuche sogar leicht anstieg. 

Einnahmen und Ausgaben: Im abgelaufenen Corona-Jahr hat die Stiftung laut Tätigkeitsbericht einen Jahresverlust von 56.980 Euro verzeichnet, der durch eine Entnahme aus den Rücklagen kompensiert wurde. Das Eigenkapital der Stiftung beträgt zum Jahresende 11,05 Millionen Euro. An Eintrittsgeldern wurden 288.462 Euro generiert. Hier war der Rückgang im Vergleich zu 2019 beträchtlich: 146.000 Euro weniger flossen in die Kasse.

Point-Alpha-Stiftung zieht Bilanz: 40 Prozent weniger Gäste im Corona-Jahr

Sorgen bereitet den Verantwortlichen die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs der Stiftung. Ohne Erträge aus der Vermögensverwaltung sei hier ein Jahresverlust von 334.000 Euro zu beklagen. Es müsse zeitnahe eine Lösung zur dauerhaften Finanzierung der Stiftung gefunden werden. (Lesen Sie hier: Europa-Abgeordnete Marion Walsmann fordert: „Mehr Schulklassen sollten Point Alpha besuchen“)

Personalien: Das vergangene Jahr war geprägt durch zahlreiche Veränderungen im personellen Bereich der Stiftung. Sebastian Leitsch übernahm die Position des Geschäftsführers, Dr. Roman Smolorz die des Stellvertreters und Wissenschaftlichen Leiters. Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost schieden in ihren ehrenamtlichen Funktionen aus dem Vorstand der Stiftung aus. Dies war der Übergang von einer ehrenamtlichen zu einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Neu besetzt wurde auch der Vorsitz des Stiftungsrates: Dr. Stefan Heck, Staatssekretär im hessischen Innenministerium, übernahm vom Oberbürgermeister in Fulda Dr. Heiko Wingenfeld.

Video: Karl-Theodor zu Guttenberg auf Point Alpha: 30 Jahre Deutsche Einheit

Veranstaltungen: Das Jahr 2020 war geprägt von vielen Absagen: die Verleihung des Point-Alpha-Preises, das Geisaer Schlossgespräch, der Schülerprojekttag – all das konnte nicht stattfinden. Ein besonderes Projekt, das noch kurz vor dem Lockdown im November durchgeführt werden konnte, war die Zusammenarbeit mit der START-Stiftung, die Jugendlichen mit Migrations- und Fluchthintergrund einen Workshop in der Gedenkstätte ermöglichte. In Präsenz stattfinden konnte – wenn auch eingeschränkt – der Festakt zu „30 Jahre Deutsche Einheit“ mit Festredner Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg. (hw) 

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