Ricarda Steinbach vor dem Eingang der Gedenkstätte Point Alpha
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Ricarda Steinbach, frühere Direktorin der Point Alpha Stiftung, will jetzt Bürgermeisterin werden.

Frühere Direktorin der Point-Alpha-Stiftung

Keine Chance gegen Amtsinhaber: Ricarda Steinbach verliert Wahl in der Eifel

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Ricarda Steinbach, die frühere Direktorin der Point-Alpha-Stiftung, hat am Sonntag bei der Wahl um das Bürgermeisteramt der Eifel-Kommune Hellenthal eine Niederlage erlitten. Ein Viertel der Wählerinnen und Wähler votierte für sie.

  • Ricarda Steinbach wollte Bürgermeisterin von Hellenthal werden
  • Steinbach war bis 2018 Direktorin der Point-Alpha-Stiftung
  • Nur etwa 25 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für Steinbach

Update, 15. September, 16.06 Uhr: Ricarda Steinbach wird nicht neue Bürgermeisterin von Hellenthal. Nach Auszählung aller 27 Stimmbezirke war klar, was sich am Wahlabend bereits früh abgezeichnet hatte: Steinbach, die von der CDU nominiert worden war, ist eindeutig die Verliererin der Wahl: Die 49-Jährige kam auf einen Stimmenanteil von 25,2 Prozent. Sie war gegen den parteilosen Amtsinhaber Rudolf Westerburg angetreten, der 74,8 Prozent der Stimmen erhielt. Westerburg bekleidet das Amt in der 8000-Einwohner-Gemeinde seit dem Jahr 2009.

„Ich hätte diese Wahl gerne gewonnen, aber ich wusste auch, dass es schwierig werden würde gegen einen ,Hellenthaler Jung‘ und 40 Jahre Verwaltungserfahrung“, sagte Steinbach gegenüber unserer Zeitung. Zudem sei es wie in anderen Regionen auch für manche noch ungewöhnlich, dass sich eine Frau um ein solches Amt bewerbe.

Steinbachs Ergebnis lag deutlich unter dem der Christdemokraten, die zwar von 46,2 auf 41 Prozent zurückfielen, aber nach wie vor die stärkste Fraktion im Gemeinderat stellen.

CDU Hellenthal nominiert Ricarda Steinbach

Ursprungsmeldung vom 24. Juli: „Ja, ich bin von der CDU Hellenthal nominiert worden und freue mich auf einen engagierten Wahlkampf“, sagte Steinbach auf Anfrage unserer Zeitung. Die Verbindung zu der nordrhein-westfälischen Kommune sei über Kontakte mit einem in Hellenthal beheimateten Orgelbauer entstanden, mit dem sie aufgrund ehrenamtlicher Arbeit während ihrer Zeit als Wirtschaftsförderin in Delitzsch (Sachsen-Anhalt) zu tun gehabt habe. Nun sei die dortige CDU auf sie zugekommen.

Bei der Nominierung hatten 96 Prozent der Stimmberechtigten für die Kandidatin aus Hessen gestimmt, berichtet die Partei auf ihrer Facebook-Seite. „Frau Steinbach konnte in ihrer kämpferischen und rhetorisch ausgefeilten Vorstellung zu ihrer Ausbildung, ihren bisherigen beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten und ihren Ideen für die künftige Gestaltung der Gemeinde Hellenthal die Mitglieder begeistern, was nach Beendigung ihrer Vorstellung mit Standing Ovation honoriert wurde“, schreibt Gemeindeverbandsvorsitzende Katharina Koenn auf Facebook.

Ricarda Steinbach will Bürgermeisterin von Hellenthal werden

Sie bewerbe sich auch, weil es für eine demokratische Wahl wichtig sei, eine Auswahl zu haben, sagte Steinbach, die der CDU angehört. Aber sie trete auch an, um zu gewinnen. Dass sie von außen komme, sei nicht automatisch ein Nachteil: „Das schärft den Blick für die Stärken und Potenziale einer Kommune. Und gemeinsam mit dem guten Team der CDU gebe es auch in Zeiten, in denen Haushaltskonsolidierung angesagt sei, gute Chancen.

Im Kommunalparlament Hellenthals, dem Gemeinderat, ist die CDU mit 46,3 Prozent klar stärkste Kraft vor der SPD (28,3). Der parteilose Amtsinhaber Rudolf Westerburg ist seit 2009 im Amt und möchte Bürgermeister bleiben. Die Kommune liegt unmittelbar an de Grenze zu Belgien.

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Steinbach kandidiert in der Eifel: Im September wird gewählt

Ricarda Steinbach war im Jahr 2016 für sechs Jahre zur Direktorin der Point Alpha Stiftung berufen worden. Allerdings entwickelten sich Spannungen zwischen Mitgliedern des Stiftungsrats und der Direktorin. Der Streit wurden seit dem März 2018, als der Brief eines Stiftungsrats-Mitglieds mit der Forderung nach Steinbachs Rücktritt in den Medien zitiert wurde, auch öffentlich ausgetragen. Im Juni legte sie ihr Amt als Direktorin nieder, arbeitete aber weiter für die Stiftung. Im November 2018 wurde ihr fristlos gekündigt, was einen Prozess vor dem Arbeitsgericht Suhl zur Folge hatte. Der Rechtsstreit endete im Februar 2020 mit einem Vergleich.

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