Bei der offiziellen Amtsübergabe in der Geschäftsleitung der Point Alpha Stiftung (von links): Stefan Heck, Jürgen Hahn, Berthold Jost, Manuela Henkel, Rita und Eberhard Fennel, Michael Brand, Frederik Schmitt und Reinhard Krebs.
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Bei der offiziellen Amtsübergabe in der Geschäftsleitung der Point Alpha Stiftung (von links): Stefan Heck, Jürgen Hahn, Berthold Jost, Manuela Henkel, Rita und Eberhard Fennel, Michael Brand, Frederik Schmitt und Reinhard Krebs.

Eberhard Fennel und Berthold Jost übergeben Staffelstab

Point Alpha Stiftung: Sebastian Leitsch und Roman Smolorz übernehmen Geschäftsleitung

Sebastian Leitsch übernimmt ab sofort die Geschäftsführung der Point Alpha Stiftung, sein Stellvertreter ist der Wissenschaftliche Leiter, Dr. Roman Smolorz. Beide wurden zugleich auch zu Geschäftsführern der Point Alpha Akademie gGmbH bestellt. Den Staffelstab übergaben am Montagabend Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost, die die Vorstandsarbeit übergangsweise im Ehrenamt übernommen hatten.

Rasdorf/Geisa - Im Rahmen einer Feierstunde wurden die Verdienste von Fennel und Jost ausgiebig gewürdigt. Die neue Doppelspitze bekam ihre Ernennungsurkunden sowie die besten Wünsche für ihre Aufgabe mit auf den Weg.

Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Stefan Heck, Staatssekretär im hessischen Ministerium des Innern und für Sport, ging in seiner Ansprache auf die großen Verdienste von Fennel und Jost ein. Das von beiden unter Beweis gestellte Engagement sei herausragend gewesen und war entscheidend, um die Stiftung wieder auf einen guten Weg zu bringen. Sie hätten Point Alpha maßgeblich geprägt. Durch ihren jahrzehntelangen engen Bezug zur Gedenkstätte hatten sich beide vor gut zweieinhalb Jahren in einer schwierigen Situation in die Pflicht nehmen lassen. „Sie waren angetreten, um die Gedenkstätte nach vorne zu bringen. Es ist noch Einiges zu tun, aber mittlerweile sei wieder Ruhe eingekehrt und man habe festen Boden unter den Füßen“, machte Heck am Beispiel zahlreicher Maßnahmen, Aktionen, Veranstaltungen und veränderten Abläufen deutlich.

Große Verbundenheit zu Point Alpha

Die Verbundenheit zwischen Point Alpha und den beiden Ruheständlern sei groß. Die ehrenamtliche Arbeit im Vorstand habe Fennel und Jost auf Trab gehalten. Über 30 Arbeitsstunden in der Woche an den drei Standorten im Geisaer Schloss, im Haus auf der Grenze und im US-Camp seien die Regel gewesen. „Damit haben wir am Anfang ehrlich gesagt nicht gerechnet“, gibt Fennel zu, „doch je mehr Einblick wir bekommen haben, desto deutlicher kamen die Defizite zum Vorschein.“

Schnell war klar, dass bei der Stiftung bürgerlichen Rechts „mehr als kosmetische Änderungen der Satzung und der Arbeitsweise nötig sind“. Stiftung und Akademie hätten damals nicht nur gravierende Finanz- und Personalnöte, sondern auch ein Struktur- und Verwaltungsproblem.“

Doch die Sorgen schreckten beide nicht, im Gegenteil. Führungserfahrung haben sie reichlich mitgebracht. Der 72-jährige Fennel war 36 Jahre Rathaus-Chef in Hünfeld, der 71-jährige Jost leitete zusammengerechnet 27 Jahre die Verwaltungen von Rasdorf und Eiterfeld. Mit ihrer Verwaltungs-Routine, mit Verhandlungsgeschick, einem ausgeprägten Durchsetzungsvermögen und einer guten Vernetzung in die Institutionen haben sie inzwischen manche Baustelle beseitigt.

Urkunde und Weinpräsent

„Die vornehmste Pflicht ist es, Danke zu sagen“ – mit einem Zitat von Cicero zollte Frederik Schmitt, Stiftungsratsmitglied und Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda, Fennel und Jost für die Übernahme von Verantwortung Respekt. Auch er belegte in einem Rückblick an zahlreichen Beispielen das herausragende Engagement und das erfolgreiche Arbeiten in der Mahn-, Begegnungs- und Lernstätte, die europäische und Weltgeschichte atme. Dass die Bildungsarbeit für die Werte von Frieden und Freiheit in diesem unvergleichlichen Zeitzeugnis wichtiger denn je ist, verdeutlichte Schmitt mit dem Hinweis auf die aktuellen Geschehnisse vor dem Reichstagsgebäude in Berlin.

Dr. Heck und Schmitt überreichten dem ehrenamtlichen Vorstand schließlich für den vorbildlichen Einsatz eine Urkunde und ein Weinpräsent. Auch die vielen Ehrengäste bedankten sich persönlich bei Fennel und Jost.

Zwischenetappe nun beendet

Für Fennel ist die Zwischenetappe Point Alpha nun beendet. In seiner Rede ließ Fennel seine Verbundenheit mit der Point Alpha Stiftung Revue passieren. Ziel sei es gewesen, die Gedenkstätte zukunftsfähig zu machen. Und dabei hätten sich Jost und er nie abstimmen müssen: „Jeder wusste, was er an welcher Stelle zu machen hatte.“

Berthold Jost bleibt der Point Alpha Stiftung weiterhin als ehrenamtliches Vorstandsmitglied erhalten. Allerdings nicht mehr an vorderster Front, sondern mit einer beratenden Funktion für die beiden neuen Geschäftsführer. Jost erzählte im Zeitraffer von Anfängen des Areals als USBeobachtungspunkt, zu Beginn noch ein Zeltlager ohne Wasserleitung, sowie dessen weitere Entwicklung, vom Abschied der US-Armee, vom Asylbewerberheim bis zum Ausbau der Anlagen zum Museum Erlebnisse und Veränderungen, die er als damaliger Bürgermeister von Rasdorf zum Großteil hautnah miterlebt hatte. Seinen Nachfolgern wünschte er eine glückliche Hand.

„Dort wo ein Ende ist, ist auch ein Anfang“

„Dort wo ein Ende ist, ist auch ein Anfang“ leitete Heck zur Ernennung der neuen Geschäftsleitung über. Der neue Geschäftsführer Sebastian Leitsch aus Petersberg steht für Kontinuität, möchte aber auch eigene Akzente setzen: „Ich möchte zusammen mit den engagierten Kolleginnen und Kollegen den eingeschlagenen Zukunftsweg weitergehen und so dazu beitragen, dass die Gedenkstätte Point Alpha weiterhin Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet.“ Der 35-Jährige bedankte sich bei seinen Vorgängern und überreichte im Namen der Stiftung Fennel zum Abschied ein Bild mit einem Motiv von Point Alpha. Vor allem Qualität steht in der Gedenkstätte Point Alpha im Fokus. Seinen Teil dazu beitragen möchte Dr. Roman Smolorz, seit dem Frühjahr der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung. Der 52- jährige, der zuvor wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln und in verschiedenen Funktionen am Standort Regensburg tätig war, verfügt über die Kompetenz im Schnittbereich Erinnerungspolitik, Wissenschaft und Dokumentation.

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