Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Prozess um überfahrene Katze: Absicht oder doch ein Versehen?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Hat der Angeklagte die Katze nun mit voller Absicht überfahren, oder war es ein Versehen? Diese Frage konnte während der Verhandlung am Amtsgericht nicht geklärt werden. Das Verfahren wurde daher eingestellt, Zweifel aber bleiben. Denn um das Tier hatte es schon im Vorfeld Streit gegeben.

Fakt ist: Die Katze ist durch die Kollision mit dem Auto des Angeklagten zu Tode gekommen. Es war früh am Tag, der Morgen dämmerte, als der Rückerser mit seinem Auto von der B 27 in den Ort hineinfuhr. Er spürte ein kurzes Ruckeln, blickte in den Rückspiegel, sah nichts, fuhr weiter. Er nahm an, dass er über ein paar Äste gefahren war, die in der windigen Nacht auf die Straße gefallen waren. Dass er in Wirklichkeit eine Katze überfahren hatte, erfuhr er erst später, als die aufgebrachten Nachbarn bei ihm zu Hause auftauchten. So berichtete es der 42-Jährige vor Richter Dr. Andreas Baumann.

Doch das glaubte ihm der als Zeuge geladene Tierbesitzer nicht. Er behauptete, dass der Beschuldigte mit seinem Auto einen Schlenker vollführt und die am Straßenrand sitzende Katze absichtlich überfahren habe. „Sie wurde zwei-, dreimal durch die Luft gewirbelt.“ Er habe das genau beobachten können.

Männer stritten wegen Katze

„Brisanz“ – eine Wortwahl von Staatsanwältin Kirsten Diegelmann – bekam die Sache deshalb, weil es wegen der Katze schon einmal Streit zwischen den Männern gegeben hatte. Das Tier gehörte offenbar ursprünglich dem Angeklagten, war aber für einige Zeit verschwunden, bis er es beim Zeugen wiedersah. Das Kätzchen sei ihm zugelaufen, erklärte dieser, und ob es sich überhaupt um die gleiche Katze handelte, sei nicht klar.

Da ein ebenfalls geladener Polizeibeamter gar nichts zu dem Vorfall sagen konnte, machte die Staatsanwältin einen Vorschlag: Das Verfahren werde gegen eine Zahlung von 250 Euro ans Tierheim Hünfeld-Fulda eingestellt. Damit erklärten sich sowohl Richter Baumann als auch der Angeklagte einverstanden. / sam

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