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Durch die schöne grüne Eiterfelder Natur könnte der Lückenschluss zwischen dem Solztal- und Kegelspielradweg führen. Das Bild wurde am Milchweg bei Fürsteneck aufgenommen und zeigt im Hintergrund Oberweisenborn.

Radverkehrskonzept für Eiterfeld

Radwege: Gemeinden und Ortsteile sollen noch besser vernetzt werden

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Die Radwege der Region – vom Kegelspiel- bis zum Eitratalradweg – waren auch am Feiertag wieder voll. Das Biken im Alltag boomt in der Corona-Krise mehr denn je. Da passt es gut, dass das Radverkehrskonzept jetzt vorliegt, das der Landkreis in Auftrag gegeben hatte. Darin enthalten sind auch drei Maßnahmen für die Marktgemeinde Eiterfeld.

Eiterfeld - Das Konzept war deshalb erstellt worden, um alle Städte und Gemeinden des Kreises – und vor allem auch die Ortsteile – miteinander zu vernetzen, erklärt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig). Denn häufig führten die Kommune Einzelprojekte durch, nun werde aber der Blick auf den gesamten Landkreis gelegt.

Das Konzept dient als Grundlage für die künftigen Planungen und für Förderanträge, die ans Land Hessen gerichtet werden können. In der Erarbeitung des Konzepts waren auch die Bürger eingebunden worden, die online Vorschläge einreichen konnten. Und diese Möglichkeit nutzten die Eiterfelder rege: „Im Bereich unserer Gemeinde fand eine Verbindung von Großentaft nach Rasdorf besonders hohes Interesse“, berichtet Scheich.

Radwege um Eiterfeld: Zwei bis drei Jahre bis zur Realisierung

Das Konzept schlägt dafür eine Trasse vor, die vom Kegelspielradweg im Bereich der Rasdorfer Straße entlang der Gehilfersbergstraße verläuft, auf einen Wirtschaftsweg trifft, die Landesstraße 3170 quert und dann talseitig auf einem Wirtschaftsweg bis zur Rasdorfer Gemarkungsgrenze führt – weitgehend ohne Steigungen, sagt der Bürgermeister. Rund drei Kilometer lang wäre dieser Radweg.

Bis er realisiert wird, dürfte es aber noch dauern. „Das hängt von der Planung und den Fördermitteln ab“, sagt Scheich und rechnet mit einem Beginn in „zwei bis drei Jahren“. Etwas weiter fortgeschritten als bei der Großentaft-Rasdorf-Verbindung sind die Überlegungen zu einem gemeindeübergreifenden Lückenschluss zwischen Kegelspiel- und Solztalradweg.

Radweg von Ufhausen nach Eiterfeld betroffen

Dieser soll von Unterweisenborn kommend über Oberweisenborn, entlang eines Wirtschaftswegs bis zur Milchstraße in Fürsteneck und schließlich bis nach Leibolz verlaufen, um dort an den Kegelspielradweg anzubinden. Für die Finanzierung und die nötigen Ausbauarbeiten könnte eine Verwaltungsvereinbarung mit Schenklengsfeld geschlossen werden.

Eine weitere Verbindung, von der im Konzept die Rede ist, betrifft einen Radweg von Ufhausen nach Eiterfeld. Dafür gibt es mehrere Varianten: Eine konzentriert sich auf die Verbindungsstraße von Ufhausen nach Wölf, eine andere auf die Strecke vom „Wittfeld“ entlang der Steinbrüche und weiter entlang eines Wirtschaftswegs oberhalb des Gewerbegebiets Leibolzgraben.

Radwege um Eiterfeld: Bürgermeister befürwortet Ausbau

Den Radweg-Ausbau befürwortet der Bürgermeister, der selbst gerne Rad fährt: „Welchen Boom das Radfahren gerade erlebt, sieht man jetzt wieder“, berichtet er. Und da Reisen außerhalb Deutschlands oder gar Fernreisen schwieriger werden, ist er sich sicher: „Wir werden hier einen Zuwachs an Touristen bekommen. Dazu braucht es ein gutes ausgebautes Radwegenetz mit einer entsprechenden Gastronomie.“

Den Zustand des Radwegenetzes in der Marktgemeinde bewertet er als sehr gut. „In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder erweitert, zum Beispiel im Falle des Eitratalradwegs.“ Auch zwischen den Ortsteilen könne man ohne Probleme fahren. Ein paar „Knackpunkte“ gebe es dennoch: etwa, wenn ein Radweg eine Landesstraße queren muss.

Ladestation für E-Bikes am Bürgerhaus

Erfreulich sei, dass es am Bürgerhaus eine Ladestation für E-Bikes gebe, erklärt der Bürgermeister. Das sei ein großes Plus, „denn durch E-Bikes wird unsere Mittelgebirgsregion noch interessanter. So können auch Menschen im gehobenen Alter eine größere Strecke entspannt zurücklegen.“

Doch nicht nur für Kegelspiel-Touristen, vor allem für die heimische Bevölkerung seien Radwege wichtig. Scheich unterstreicht: „Wir sind über jeden froh, der vom Auto aufs Rad umsteigt – das gilt für Berufspendler ebenso wie für Menschen, die zum Einkaufen unterwegs sind.“

In der letzten Gemeindevertretersitzung hatte es eine Anfrage der Fraktion der Grünen zum aktuellen Sachstand bei den Radwegen gegeben.

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