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Raiffeisenbank Asbach-Burghaun strebt Fusion mit VR Bank NordRhön an

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Die Raiffeisenbank Asbach-Burghaun kündigt strategische und personelle Weichenstellungen an: Ihre Mitglieder werden schon bald über eine Fusion mit der VR Bank NordRhön entscheiden. In diesem Zuge wird der Vorstand komplett ausgewechselt.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder scheiden mit sofortiger Wirkung aus dem Leitungsorgan der Bank aus. Aus dem Haus des zukünftigen Fusionspartners werden Vorstandsmitglied Walter Mengel und Tim Schnabel, früheres Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Haunetal, neu in den Vorstand berufen.

Elmar Oss, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Asbach-Burghaun, sieht eine Fusion mit dem benachbarten größeren Partner als notwendig an, „um die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Finanzdienstleistungen an unseren Standorten und die Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern“.

In einer Pressemitteilung äußerte sich Oss zu den Neuerungen bei der Raiffeisenbank. So heißt es in der Mitteilung: „Angesichts eines hohen Fusionstempos in Hessen haben wir jetzt die Chance, unsere eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Gleichzeitig wollen wir den Charakter der Ortsbank mit hoher persönlicher Bindung, menschlicher Zuwendung und ausgeprägter lokaler Präsenz erhalten.“

Schritt zur Fusion sei jetzt vonnöten

Die Aufsichtsräte beider Häuser hätten jeweils einstimmig das Mandat für die Aushandlung eines Verschmelzungsvertrags erteilt. Die vor einem Jahr vollzogene Verschmelzung der Institute in Asbach und Burghaun sei ein Zwischenschritt gewesen.

Damit habe man die Erwartung verbunden, noch einen gewissen Zeitraum bis zur bereits damals als grundsätzlich sinnvoll erachteten Fusion mit einem größeren Partner gestalten zu können. Die seitherige Entwicklung sowohl im Markt als auch in der Bank habe aber gezeigt, dass dieser nächste Schritt schon jetzt kommen müsse.

Die VR Bank NordRhön kommt auf eine Bilanzsumme von annähernd 1,2 Milliarden Euro, hat knapp 200 Mitarbeiter und rund 21.000 Mitglieder. Als Begründung für das geplante Zusammengehen verweist Elmar Oss auf die im vergangenen Jahr nochmals verschärfte EZB-Politik der Negativzinsen und die hohe Dynamik des Marktes:

„Als die Fusion zwischen Asbach und Burghaun eingeleitet wurde, ging die gesamte Fachwelt davon aus, dass im Laufe des Jahres 2019 die Normalisierung der Zinslandschaft beginnen würde. Stattdessen hat die EZB im vergangenen September den Negativzins auf -0,5 % erhöht.“ Eine Wende dieses Kurses sei aktuell nicht absehbar.

„Druck auf kleinere Banken wächst“

„Angesichts der anhaltenden Regulierungswelle und eines sich dramatisch verschärfenden Wettbewerbs in gesättigten Märkten, besonders durch das Vordringen der Big Techs wie Google, Apple, Facebook oder Amazon, geraten gerade die kleineren Ortsbanken zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Im Zuge dessen ist die Arbeitsbelastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an eine absolute Grenze gelangt“, so Oss weiter.

Vorstand komplett ausgetauscht

Der Aufsichtsrat ist gemäß Satzung der Raiffeisenbank das für Vorstandsfragen zuständige Organ. „Nach intensiven Gesprächen mit den bisherigen Vorstandsmitgliedern in den vergangenen Wochen erachtet das Gremium es nach Angaben seines Vorsitzenden geschlossen für geboten, deren Positionen jetzt neu zu besetzen.“

Nur so könne man das angestrebte Ziel erreichen und allen aufsichtsrechtlichen Anforderungen gerecht werden. „Für die Kunden und Mitglieder der Raiffeisenbank haben diese personellen Veränderungen angesichts eines geordneten Geschäftsverlaufs keine Konsequenzen“, betont Oss.

Beschluss im Juni?

Die Beschlussfassung über die Fusion könnte bereits auf der ordentlichen Generalversammlung im Juni 2020 fallen. Im Mai sollen die Eigentümer der Bank durch einen Mitgliederbrief vorab informiert werden.

Standortsicherung sei Priorität

„Als regional verwurzelte Genossenschaftsbank wollen wir das Bewahren, was uns schon heute auszeichnet und unsere angebotene Leistung gemeinsam weiterentwickeln. Das ist uns bereits bei den Fusionen mit den Raiffeisenbanken Haunetal und Langenschwarz gut gelungen“, sagt Walter Mengel zum Start der Zusammenarbeit.

„Soweit es möglich ist, sollen die Kunden ihre vertrauten Ansprechpartner behalten. Die haben dann jedoch mehr Entscheidungskompetenzen und durch die in einem größeren Haus mögliche Entlastung von Verwaltungsaufgaben mehr Zeit für die Betreuung und Beratung. Das wird sich insbesondere in der Baufinanzierung, im Wertpapier- und im Firmenkundengeschäft bemerkbar machen. Durch das Zusammengehen können die Standorte gesichert werden.“ / akh

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