Die SPD tritt nach fünf Jahren Pause in Rasdorf wieder bei der Kommunalwahl an.
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Die SPD tritt nach fünf Jahren Pause in Rasdorf wieder bei der Kommunalwahl an.

Wahlvorschlag für die Gemeindevertretung

100 Prozent CDU hat ein Ende: SPD stellt in Rasdorf wieder eine Liste zur Kommunalwahl auf

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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„Eine Opposition gehört zur demokratischen Arbeit dazu“, sagt Bettina Rieger. Die 57-Jährige aus Rasdorf kandidiert auf der SPD-Liste für die Gemeindevertretung. Mit der Entscheidung der Sozialdemokraten, in Rasdorf bei der Kommunalwahl wieder anzutreten, endet damit wohl bald die Zeit, in der das Gremium zu 100 Prozent über die CDU-Liste besetzt war.

Rasdorf - Der SPD-Wahlvorschlag für die Gemeindevertretung umfasst fünf Namen - und so manches Jahr kommunalpolitischer Erfahrung. Denn sowohl der die Liste anführende Wolfgang Deißenroth als auch Bettina Rieger und Leonhard Reuter aus Grüsselbach waren bereits in der Gemeindevertretung aktiv.

Nicht alle, die auf der SPD-Liste stehen, sind auch Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei. „Wir treten mit einer offenen Liste an“, unterstreichen Rieger und Jochen Kohn, die zwar früher in der SPD waren, aktuell aber ohne Parteibuch sind. „Es wurde Zeit, dass wir als SPD wieder antreten“, findet Bettina Rieger. Dass es bei der Kommunalwahl 2016 keine SPD-Bewerbung gegeben habe, sei auch der Altersstruktur im Ortsverein geschuldet gewesen. Parteiintern sei auch weiterhin noch viel zu tun. Einen funktionierenden Ortsverband gibt es in Rasdorf derzeit nicht: Die Organisationsarbeit wird über den Kreisverband geleistet.

Rasdorf: SPD stellt wieder eine Liste zur Kommunalwahl auf

Um die Kräfte sinnvoll zu bündeln, habe man sich verständigt, den einzelnen Bewerberinnen und Bewerbern spezielle Themen zuzuordnen, erläutert Jochen Kohn: Listenführer Deißenroth werde sich um das Themenfeld Digitales kümmern, Leonhard Reuter um Fragen im Bereich Landwirtschaft. Christina Hahn, die mit Abstand Jüngste auf der Liste, sehe ihren Schwerpunkt im Verkehrsbereich, während Bettina Rieger ihren Akzent auf Fragen des demographischen Wandels setzen werde. Er selbst , so Kohn, wolle sich um Fragen des Naturschutzes und des Tourismus kümmern. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl: Helfer bekommen Corona-Schutzmasken, Wähler sollen Stift mitbringen).

Mit Vorhersagen für das Wahlergebnis halten sich Rieger und Kohn zurück: „Es ist uns wichtig, den Rasdorfern ein Angebot zu machen und letztlich ein größeres Spektrum an Ansichten und Ideen die Gemeindevertretung zu bringen“, hebt Rieger hervor. Bei der letzten Kommunalwahl mit Beteiligung der Sozialdemokraten im Jahr 2011 hatte die Partei 34,7 Prozent der Stimmen und damit 5 der 15 Sitze im Gemeindeparlament erhalten.

Jochen Kohn und Bettina Rieger: Es ist uns wichtig, den Rasdorfern ein Angebot zu machen

Doch Rieger dämpft die Erwartungen: Nach der Pause in der nun endenden Wahlperiode rechne sie für den Urnengang im März nicht mit außerordentlichen Ergebnissen: „Zwei, drei Mandate könnten es werden“, schätzt sie. Für die SPD gehe es jetzt eher darum, langfristig zu denken und für die weitere politische Arbeit in Rasdorf Strukturen aufzubauen und präsent zu sein. Dieses Ziel müsse man im Blick behalten.

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