Häusliche Gewalt Symbolbild Faust
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Ein ehemaliger Polizist ist zu neun Monaten Haft verurteilt worden.

Schläge gegen Freundin und Bekannten

Rotenburger Ex-Polizist muss ins Gefängnis - Richter: „Sie haben ihn windelweich geschlagen“

Zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird, hat die Berufungskammer am Landgericht Fulda jetzt einen 49-jährigen Rotenburger verurteilt. Der ehemalige Polizist war wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Betruges angeklagt.

Fulda - Der 49-Jährige war im Februar vom Amtsgericht Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden und hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Im Februar war allerdings noch die gewalttätige Beziehung zwischen dem Angeklagten und seiner deutlich jüngeren Freundin Teil der Verhandlung und des Urteils.

Der Angeklagte hatte die junge Frau wohl mehrfach geschlagen und so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus musste. Inzwischen ist er mit der jungen Frau verlobt. Daher konnte sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen und auch die Verwendung ihrer Aussagen bei der Polizei untersagen. Das Verfahren in diesem Tatkomplex wurde deshalb eingestellt. Die Beziehung laufe inzwischen, so versicherte der Angeklagte, wesentlich harmonischer.

Rotenburger Ex-Polizist wird zu neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt

Diese konfliktreiche Beziehung war auch der Hintergrund für die gefährliche Körperverletzung, die er am 11. Februar 2019 begangen haben soll und die Gegenstand der Berufungsverhandlung war.

Die inzwischen 24 Jahre alte Frau hatte sich von dem Angeklagten getrennt und sich einem 31-jährigen Rotenburger zugewandt, mit dem der Angeklagte ebenfalls befreundet war. Das habe der Angeklagte als narzisstische Kränkung empfunden und habe den Freund zur Rede stellen wollen. Als er dort auch noch seine leicht bekleidete Freundin auf dem Sofa vorfand, sei die Situation eskaliert, schilderte Richter Dr. Jochen Müller, Vorsitzender der Berufungskammer, in seinem Urteil den Tathergang.

Es habe ein Wortgefecht, Beleidigungen und reichlich Schläge für den 31-Jährigen gegeben, der als Nebenkläger auftrat. „Sie haben ihn windelweich geschlagen“, hielt der Richter dem Angeklagten vor. Als erwiesen sah das Gericht an, dass der 49-Jährige mit der Rückseite eines Baseballschlägers zugeschlagen hat, den er dem Nebenkläger zuvor abgenommen hatte.

Gericht vermisst „richtig echt Reue“

Wie zuvor schon Anwältin Daniela Morbach vermisste auch das Gericht bei dem Angeklagten „richtig echte Reue“, obwohl der erklärt hatte, sein Gewaltexzess tue ihm leid.

Als spürbare Strafe wurde dem 49-Jährigen auferlegt, einen Geldbetrag von 800 Euro an den Verein Frauen helfen Frauen“ in Bad Hersfeld zu zahlen. Wegen des ebenfalls angeklagten Betrugs – der Angeklagte hatte eine Waschmaschine und Barhocker auf den Namen seiner damaligen Ehefrau bestellt, obwohl er sie nicht bezahlen konnte – verurteilte die Kammer ihn zu einer Geldstrafe von 3000 Euro.

Der 31-Jährige, der noch heute psychisch unter der Attacke leidet, will nun zivilrechtlich gegen den Angeklagten vorgehen und Schmerzensgeld fordern.

Der Angeklagte war lange bei der Polizei in Rotenburg. Seit September ist er pensioniert. Um die Pensionsbezüge nicht zu verlieren, hoffte er unter der Grenze von einem Jahr Freiheitsstrafe zu bleiben. Mit neun Monaten könnte das aufgehen, allerdings sind noch drei Verfahren gegen ihn anhängig. Wenn diese Strafen noch hinzukämen, könnte es mit einem Jahr eng werden.

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