Jemand scheint es auf Bürgermeister Carl Christoph Möller - hier vor der Riesenlinde in Schenklengsfeld - abgesehen zu haben.
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Jemand scheint es auf Bürgermeister Carl Christoph Möller - hier vor der Riesenlinde in Schenklengsfeld - abgesehen zu haben.

Ärger in Schenklengsfeld

Gefälschtes „Bambule-Flugblatt“: Unbekannter verteilt Flyer mit Namen und Foto von Bürgermeister Möller

In der Gemeinde Schenklengsfeld sind in der Nacht zum Samstag offenbar Flugblätter verteilt worden, die den Anschein erwecken sollen, von Bürgermeister Carl Christoph Möller zu stammen.

Schenklengsfeld - Spätestens nach der Anrede „Sehr geehrte Mitbürger und Mitbürgerinnen!“ wird dem Leser allerdings deutlich, dass die Schreiben, auf denen auch ein Porträtfoto des Verwaltungschefs abgedruckt ist, nicht von Möller selbst verfasst worden sein dürften.

Denn in einer Version heißt es beispielsweise: „Mein grandioses Demokratieverständnis ist bereits so weit ausgereift und fortgeschritten, daß ich bei auftretenden, mich persönlich betreffenden Problemen nach Einbruch der Dunkelheit meine muntere Kirmestruppe ,The incredible Bambule-Makers‘ anweise und losschicke, die mit einleuchtenden Argumenten vor Ort für erhellende Beleuchtung sorgt.“ Und in einer anderen Variante des Flugblatts steht: „Wenn ich etwas Apartes an mir habe, dann ist es meine Abwegigkeit und ein dunkler Zug, Dinge zu tun, die keiner für möglich hält.“ (Lesen Sie auch: Der älteste Baum Deutschlands in Schenklengsfeld bekommt neue Krücken)

Gefälschte Flugblätter in Schenklengsfeld: Bürgermeister schaltet Polizei ein

In welchem Umfang die Schreiben in der Gemeinde verteilt worden sind, wisse er nicht genau, erklärt der Rathauschef. Er habe jedoch mehrere Anrufe von Einwohnern des Kernorts erhalten, die am Samstag einen entsprechenden Zettel in ihrem Briefkasten vorgefunden hätten.

Worauf der Inhalt der Blätter anspielen solle, könne er sich nicht erklären, betont Möller. „Offenbar hat jemand ein grundsätzliches Problem mit mir oder scheint den Ausgang der Bürgermeisterwahl noch immer nicht verwunden zu haben“, vermutet der Verwaltungschef.

Die Flugblätter sind nicht die ersten anonym verfassten Schreiben, die in Möllers Namen versendet wurden. So hatte die Hersfelder Zeitung im vergangenen Juni einen gefälschten Brief erhalten, in dem der Bürgermeister vermeintlich seinen Rücktritt ankündigte. Der 42-Jährige berichtet zudem von anonymen Anrufen, die er seit seinem Amtsantritt vor knapp drei Jahren immer wieder erhalte, sowie anonymen Schreiben, in denen seine Eltern aufgefordert worden seien, ihn zum Rücktritt zu bewegen.

Rechtliche Schritte gegen diese Aktivitäten hatte der Bürgermeister nach eigenem Bekunden bislang nicht eingeleitet. „Das war mir zu doof. Ich dachte, es hört irgendwann von alleine auf. Aber offensichtlich arbeitet sich da jemand regelrecht an mir ab“, sagt Möller.

Nach den neuerlichen Flugblättern hat sich der Bürgermeister nun an die Öffentlichkeit gewandt, um klarzustellen, dass diese nicht von ihm stammen. Dass die Aktionen des oder der Unbekannten nicht nur ihn, sondern auch seine Familie beträfen, stimme ihn nachdenklich, räumt Möller ein: „Man macht sich Gedanken, was die nächste Eskalationsstufe ist.“ Möller kündigt deshalb an, er wolle wegen der in seinem Namen verteilten Flugblätter Anzeige gegen Unbekannt erstatten. (Von Jan-Christoph Eisenberg)

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