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Schwierige Wohnungssuche für Flüchtlinge in Hünfeld – Appell von Bürgermeister und Kirchen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Viele Flüchtlinge im Hünfelder Land sind derzeit auf Wohnungssuche. Dabei haben sie häufig mit Vorbehalten zu kämpfen, berichten Helfer. Deswegen wenden sich die Hünfelder Pfarrer Peter Borta, Stefan Remmert und Jürgen Gossler sowie Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) in einem gemeinsamen Schreiben an die Bevölkerung. Ihre Botschaft: „Geben Sie diesen neuen Nachbarn eine Chance.“

Lesen Sie den Aufruf der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie des Bürgermeisters im Wortlaut:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit rund einem Jahr haben wir viele neue Mitbürgerinnen und Mitbürger in unseren Kirchengemeinden und in unserer Stadt Hünfeld, die vor Krieg, Not und Verfolgung Schutz bei uns gesucht haben. Wir sind sehr dankbar für die vielen Helferinnen und Helfer und Mitbürger, die sich ehrenamtlich engagiert haben, um diesen Menschen bei den ersten Schritten in einer ihnen völlig fremden Umgebung beizustehen. Diese Unterstützung hat sicher einen großen Beitrag dazu geleistet, dass sich viele dieser neu Angekommenen bei uns besser als in anderen Regionen Deutschlands zurecht finden konnten.

Es kommen heute zwar weitaus weniger Flüchtlinge zu uns als noch vor einigen Monaten, allerdings erhalten jene, die schon viele Monate in Hünfeld und Mackenzell sind, jetzt ihre Bescheide, ob sie als Asylbewerber anerkannt werden oder einen subsidiären Schutz als Flüchtlinge bekommen. Diese Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, müssen damit die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen und suchen nach geeigneten Wohnungen, in denen sie vorübergehend oder auch auf Dauer wohnen können.

Ehrenamtliche Helfer, die diesen Flüchtlingen bei der Wohnungssuche helfen, berichten immer wieder von Sorgen, aber auch von Vorbehalten auf Seiten der Vermieter. Gemeinsam rufen deshalb die Kirchengemeinden des Pastoralverbundes St. Benedikt Hünfelder Land, die evangelische Kirchengemeinde Hünfelds und die Stadt Hünfeld dazu auf, geeignete Wohnungen zur Verfügung zu stellen und diesen Menschen Hilfe und Unterstützung zu gewähren.

Der einfachste Weg, Vorbehalte und Sorgen der Einheimischen zu überwinden und kulturelle Unterschiede zu überbrücken, ist sicher, wenn man einander kennenlernt. Deshalb sprechen Sie mit den Ehrenamtlichen, die schon viele Erfahrungen mit Flüchtlingen und Asylbewerbern gewonnen haben. Schauen Sie sich die erfolgreichen Projekte unserer Vereine an, die mit großartigem Engagement Flüchtlinge gut integriert haben und geben Sie diesen neuen Nachbarn eine Chance. Das wird sich für uns alle durch ein friedliches und gedeihliches Miteinander auf Dauer auszahlen. Das ist unsere gemeinsame Verantwortung und auch ein Teil unseres christlichen Selbstverständnisses.

Gezeichnet: Peter Borta (Für die katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus und den Pastoralverbund St. Benedikt Hünfelder Land), Stefan Remmert, Jürgen Gossler (evangelische Kirchengemeinde von Hünfeld) und Stefan Schwenk (Bürgermeister)

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