Wiegand Sildes, das Familienunternehmen aus Rasdorf, ist mit über 350 installierten Anlagen weltweit Marktführer auf dem Sommerrodelbahnsektor.
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Wiegand Sildes, das Familienunternehmen aus Rasdorf, ist mit über 350 installierten Anlagen weltweit Marktführer auf dem Sommerrodelbahnsektor.

Gewerbegebiet Rasdorf

Sommerrodelbahn-Weltmarktführer Wiegand investiert in der Corona-Krise eine Million Euro in neue Halle

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Der weltweite Sommerrodelbahn-Weltmarktführer aus dem Landkreis Fulda erweitert in schwierigen Zeiten: Das Unternehmen Wiegand Slides aus Rasdorf hat im Gewerbegebiet in der Vockenbach gut eine Million Euro in eine neue Halle investiert.

Rasdorf - Der Wiegand-Neubau ist auf dem Erweiterungsgelände neben der 2017 errichteten Fertigungs- und Lagerhalle entstanden. Er ist der neue Standort für die Elektrowerkstatt und die zugehörigen Planer, aber auch für den Lagerbereich der Abteilung .„Unser Ziel war es, mehr Platz für die Elektrowerkstatt zu schaffen, erläutert Prokurist Dieter Hahn im Gespräch mit unserer Redaktion.

Sommerrodelbahn-Weltmarktführer Wiegand investiert Million Euro – trotz Corona-Krise

Gerade der Schaltschrank-Bau habe zunehmend mehr Raum benötigt. Bislang waren diese Arbeiten am Firmensitz in der Landstraße, also im Ortskern von Rasdorf, erledigt worden. Dort war das in den 1960er Jahren gegründete Unternehmen entstanden. Eigentlich, so Geschäftsführer Hendrik Wiegand, habe man einen Neubau neben der Zentrale angestrebt, aber das habe sich letztlich zerschlagen.

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In Abstimmung mit dem Bauamt habe sich der Sommerrodelbahn-Weltmarktführer für den Schritt ins Gewerbegebiet entschieden. Das Gebäude mit einer Grundfläche von 19 mal 40 Metern besteht aus einem gemauerten Trakt mit den Büros der Planer und im Obergeschoss liegenden Schulungs- und Sitzungsräumen sowie der als Metallkonstruktion angegliederten Werkstatt-Halle, an die sich das Elektro-Lager anschließt.

Der Sommerrodelbahnen-Hersteller Wiegand plant einen Hallenneubau in Rasdorf Gewerbegebiet.

Gut 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der neuen Halle tätig. „Die unmittelbare Nähe von Werkstatt und Planung hatten wir bislang nicht – die kurzen Wege sind für die Zusammenarbeit gut“, betont Hahn. Das deutlich gewachsene Raumangebot sei wichtig, weil mit dem immer mehr steigenden technischen Aufwand der Wiegand-Anlagen auch die zu bauenden Schaltschränke größer und aufwändiger würden.

Die neue Halle von Sommerrodelbahnen-Hersteller Wiegand wird, wie das 2017 errichtete Nachbargebäude, mit einer Fußbodenerwärmung geheizt. Die Anlage ist so konzipiert, dass sie auch an das geplante Nahwärmenetz in Rasdorf angeschlossen werden kann. Energie kommt auch vom Dach: „Wir haben dort eine 90 Kilowatt-Solaranlage, deren Ertrag wir vor allem für den Eigenverbrauch im Betrieb nutzen“, erläutert Hahn.

Coronavirus-Pandemie: Auch Wiegand Slides spürt deutliche Auswirkungen

Die Planungen für das Wiegand-Großprojekt begannen vor rund zwei Jahren, also lange vor der Corona-Zeit. „Vielleicht hätten wir den Neubau nicht angepackt, wenn wir vorher etwas von der Corona-Pandemie gewusst hätten“, sagt Wiegand-Prokurist Hahn. Doch er betont, dass sich die Verlagerung der Elektrowerkstatt weg von der Landstraße dort auch positiv auswirke.

„Wir haben Platz gewonnen, den wir nutzen, um neue Büroräume zu schaffen. Das ermöglicht uns, die bislang oft recht voll belegten Räume anders zu organisieren.“ Hahn und Wiegand verhehlen nicht, dass die Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen auf das Unternehmen hat. „Rund 20 Prozent unseres Gesamtumsatzes haben wir mit Rutschen und anderen Anlagen für Kreuzfahrtschiffe gemacht“, berichtet Wiegand.

Die Wiegand-Geschäftsführer Hendrik Wiegand (rechts) und Prokurist Dieter Hahn stellten die Details zum Hallenneubau vor.

Auch bei den von der Firma Wiegand selbst betriebenen Sommerrodelbahnen habe Corona deutliche Bremsspuren hinterlassen, auch wenn inzwischen die Besucherzahlen wieder gut seien. In diesem Bereich gebe es derzeit kaum Bewegung und die vorhandenen Aufträge würden in den Werften „gestreckt“.

Jetzt plane man aber, die Kurzarbeit zurückzufahren. Das sei auch möglich, weil es beispielsweise einige Kommunen gebe, die die Zeit der corona-bedingten Freibad-Schließungen nutzten, um die Attraktivität ihrer Anlagen durch neue Rutschen zu steigern. Dennoch schaue man mit einer gewissen Vorsicht in die Zukunft, sagt Wiegand: „Wir wissen nicht, was 2021 bringen wird.“

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