Perspektive: Architekturbüro Riethmüller

Sozialer Wohnungsbau: Projekt in Hünfeld schreitet voran

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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HÜNFELD - In Hünfeld werden seit einiger Zeit nicht nur händeringend Bauplätze, sondern auch günstige Mietwohnungen gesucht – in den vergangenen Jahren waren zahlreiche Sozialwohnungen aus der Sozialbindung entlassen worden. Nun schreitet ein Projekt des Sozialen Wohnungsbaus in Hünfeld voran: Im Neubaugebiet Stadtpanorama entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 22 Sozialwohnungen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Wo sich früher der Bolz- und Spielplatz an der Molzbacher Straße befunden hat, wächst jetzt ein Mehrfamilienhaus in die Höhe. Von den insgesamt 28 entstehenden Wohnungen werden 22 sozial gefördert. Bauherr ist die Eigentümergemeinschaft Jahn aus Hünfeld, die rund 4,2 Millionen Euro investiert.

Land beteiligt sich

Mit einem Darlehen über 1,8 Millionen Euro beteiligt sich das Land am Bau der Sozialwohnungen. Die Stadt Hünfeld unterstützt das Vorhaben mit einem zinsgünstigen Darlehen in Höhe von 222 000 Euro. Als Architekt zeichnet Peter Riethmüller aus Michelsrombach verantwortlich.

„Aufgelockerte Architektur“

Riethmüller, der mit der Familie Jahn schon häufiger zusammengearbeitet hat, erklärt, was ihm bei Entwurf und Planung des Mehrfamilienhauses wichtig war: Bei dem Gebäude sollte nicht „ein einziger Riegel“ entstehen, sondern eine aufgelockerte Architektur, die sich gut und harmonisch in die Umgebung einfügt: Daher teilt sich das Bauwerk in zwei Baukörper auf, während sich das Untergeschosse komplett unter den zwei Gebäuden erstreckt. Ein Vorteil: „Dadurch werden alle Zimmer optimal beleuchtet.“

Wohnungen sind barrierefrei

Die Sozialwohnungen sind zwischen 52 und 84 Quadratmeter groß und sämtlich barrierefrei. „Die Wohnungen sind alle altengerecht“, erklärt Riethmüller.

Zehn der Wohnungen sind darüber hinaus nach behindertengerechtem Standard, also auch rollstuhlgerecht, ausgebaut. Das bedeutet, dass zum Beispiel auch die Fläche vor den Aufzügen, die die Geschosse erschließen, groß genug sein muss: „Das waren Hürden, die Kraft gekostet haben“, sagt Riethmüller lächelnd, „Hürden, die für uns aber auch sehr spannend waren.“

Unterschied bei Ausstattung

Alle 28 Wohnungen sind sich ähnlich, auch wenn vier der sechs frei finanzierten Wohnungen zwischen 68 und 125 Quadratmeter große Penthouse-Wohnungen sind. Der Unterschied zwischen Sozialwohnungen und den frei finanzierten Mietwohnungen werde sich vor allem in der Ausstattung widerspiegeln, erklärt der Architekt.

Wichtig war Riethmüller, dass hier kein „sozialer Brennpunkt, kein Eiland“ geschaffen wird. „Wir wollen eine Durchmischung der Bewohner und bieten Raum für Ältere und Jüngere“, sagt Riethmüller, der seit Jahresbeginn Partner im Fuldaer Büro Staubach + Partner ist.

Stadt: Wichtiger Schritt

Die Stadt Hünfeld ist froh über die Bautätigkeit der Eigentümergemeinschaft Jahn: Dies sei ein wichtiger Schritt, um dem gestiegenen Wohnungsbedarf und dem Bedarf an sozial gefördertem Wohnraum Rechnung zu tragen“, sagte Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) kürzlich.

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