Fotos: Sabine Burkhardt

Spürbar weniger Stände: Martinsmarkt in Hünfelder Innenstadt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Hünfeld - Dafür, dass der Martinsmarkt-Samstag buchstäblich ins Wasser gefallen war, schob sich am Sonntag eine große Menschenmenge durch die engen Straßen der Hünfelder Innenstadt.

Von Sabine Burkhardt Vom Mittag bis Einbruch der Dunkelheit waren viele Besucher unterwegs, um zu schauen, was die Standbetreiber so alles zu bieten haben. Und das war zwar vielfältig, aber spürbar weniger als in den vergangenen Jahren. Das Gefühl hatte auch ein Verkäufer aus Eisenach, der warme Strümpfe in allen erdenklichen Farben verkaufte. „Ich komme schon seit zwanzig Jahren hierher und seitdem hat sich die Anzahl der Stände fast halbiert“, sagt der Eisenacher. Das sei aber ein grundsätzliches Problem: es liege vor allem am fehlenden Nachwuchs: die Standbetreiber fänden niemand mehr, der die Nachfolge antritt. Trotzdem ist er zufrieden mit dem Martinsmarkt, auch wenn er etwas abseits vom Geschehen gegenüber vom Anger seinen Standplatz hat. „Das macht nichts, die Leute kennen mich und kommen gezielt zu mir“; sagte er. So geht es vielen Standbetreibern, jeder hat inzwischen seinen Stammplatz und meist auch viele Stammkunden. Ob frisch gebackenes Brot, Honig, hausmacher Wurst, Holzschnitzereien oder warme Wollmützen: die meisten Standbetreiber kommen jedes Jahr wieder – und auch gerne. Volker Richter, der in seinem Stand seit Jahren Groß und Klein mit Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Waffeltüten erfreut, war zufrieden mit dem Verlauf des Martinsmarktes. „Heute ist richtig viel los. Das freut einen umso mehr wenn man weiß, dass auch mehrere Städte und Gemeinden im Umkreis heute ihre Märkte abhalten“, sagte er. „Na, seid ihr schon einmal rund?“ war die häufigste Art der Begrüßung unter Freunden und Bekannten, die sich im Menschengetümmel zufällig begegneten. Dann wurde sich meist darüber ausgetauscht, was man selbst gesehen hatte und unbedingt noch anschauen muss, um dann nochmal eine Runde mit Bratwurstbrötchen und Glühwein in den Händen zu drehen. Vorausgesetzt, man hatte noch die Hände frei. Viele trugen Tüten mit sich herum, deren Inhalt schon ganz stark nach Weihnachtsgeschenken aussah. Denn die Geschäfte hatten ebenso ihre Pforten geöffnet und das nutzten die Besucher gern, um sich mal umzuschauen. Britta Dücker von „Carpe Diem“ in der Rathausgasse hatte alle Hände voll zu tun, um die Kunden zu bedienen. „Diese Gasse ist ein schönes Fleckchen hier in der Innenstadt. Ganz viele kommen her, um in diesem gemütlichen Ambiente ihren Glühwein zu trinken und zu plauschen. Hier war auch gestern schon einiges los“, sagte Dücker. Die meisten gingen erst heimwärts, als die Finger vor Kälte die vollen Tüten nicht mehr halten wollten.

Das könnte Sie auch interessieren