Fotos: Winfried Möller

Steimicher Platt trifft französischen Akzent: Cäcilia führt turbulentes Stück auf

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Turbulent ging es auf der Bühne im Dorfgemeinschaftshaus in Steinbach zu. Der Männergesangverein Cäcilia 1900 Steinbach hatte zum Theaterstück „Ein hundsgemeiner Plan“ eingeladen.

Das Theaterstück stammt aus der Feder von Harry Pill und hat eigentlich den Namen „Ein total verrückter Plan“. Lothar Hanzog, der den Andreas Käs verkörperte und die Theatergruppe, hatten das Stück bearbeitet und Namen und Ortsbezeichnungen von Steinbach eingebaut. Die individuelle Note des Stückes war, dass Bernhard Hahn als Josef Himmel fast ausschließlich seine Rolle in „Steimicher Platt“ sprach.

Zum Theaterstück: Witwer Josef Himmel lebt mit seiner verwitweten Schwägerin Hedwig Hundt (Lara Ludwig) zusammen. Sie führt ihm nicht nur den Haushalt, sondert „gängelt“ ihn mit „Wasch dir die Hände oder benutze das Bidet“. Dessen Funktion erklärte Josef der Zuhörerschaft mit „ dos ess be de Unterbodenwäsche beim Auto“.

Die Rollen geraten durcheinander

Er hat damit zum wiederholten Mal Lacher und Beifall auf seiner Seite. Um endlich mal in Ruhe Urlaub zu genießen und damit Hedwig zuhause bleibt, erfindet Josef den minderbemittelten Arbeitskollegen Andreas Käs, den er mit in Urlaub nehmen muss und gibt gleichzeitig eine Annonce für eine Urlaubsbegleiterin auf.

Es kommt wie es kommen musste. Die Rollen geraden durcheinander. Andreas Käs verliebte sich in „die erste Annonce“ Isolde Kugel, dargestellt von Franziska Schwert, die auf der Bühne Premiere hatte. So schlüpfte eben Josef in die Rolle des minderbemittelten und vertrieb die attraktive Isolde, der natürlich Andreas Käs nachtrauerte.

Verfolgung mit dem Nudelholz in der Hand

Mit von der Partie ist Hugo Hoeb (Herbert Horatschek), der ebenfalls seine Premiere als Theaterspieler hatte. Er betrat immer in pikanten Situationen die Bühne und nutzt die Gelegenheit Schweigegeld zu kassieren. Damit bessert er seine Kasse auf, denn seine Frau Berta Hoeb (Christine Roth), von den Nachbarn „die Hiob“ genannt, hielt ihn kurz und verfolgt ihn mit dem Nudelholz auf Schritt und Tritt.

Ob Josef oder seine Schwägerin Hedwig den hundsgemeinen Plan letztlich ausgeheckt hatte, war nicht ganz klar. Hatte doch Josef im Zeitungsverlag bei Isolde die Annonce aufgegeben und diese Hedwig informiert und beide sich das Spiel ausgedacht. Zumindest erscheint in dem gutbürgerlich ausgestatteten Wohnzimmer die „zweite Annonce“. Eine attraktive, junge Frau mit glitzerndem kurzen, maßgeschneidertem dunkelblauem Kleid.

Viel Beifall für die für die Souffleusen

Sie spricht mit französischem Akzent, das Josef gut nachahmt und bei uns gebräuchliche Worte aus napoleonischer Zeit wie „Schesselong“ (Sofa) oder „misseroabel“ (erbärmlich) im Dialekt einflicht. Dass Josef, das Gefühl hat die „zweite Annonce“ zu kennen, hindert ihn nicht daran, sie zu umschmeicheln.

In Frauenkleidern erscheint Andreas, alias Andrea. Seine Mimik, Gestik und Bewegungen sorgten auch ohne Worte für lautstarke Heiterkeit beim Publikum. Am Ende bekam Josef seine Hedwig und Andreas seine Isolde und Hugo konnte sich seiner herausgeputzten Berta nicht erwehren.

Höchste Konzentration

Reichlich Beifall gab es nach dem kurzweiligen Dreiakter aber nicht nur für die Akteure, sondern auch für die Souffleusen Luisa Heimrich und Anna Ludwig, war doch ob des Dialektes und mancher freien Wortwahl, ihre höchste Konzentration gefordert.

Das Bühnenbild hatte Werner Günther und die Theatergruppe erstellt, für Licht und Ton sorgte Leonhard Nordheim und begrüßt hatte im Namen des MGV Cäcilia Christian Beikirch, der auch den vielen fleißigen Helferinnen und Helfern, die für Getränke und Snacks zuständig waren, dankte.

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