Insolvent: Der Steinbacher Gasthof „Zum Adler“ hat geschlossen. / Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Steinbachs „Adler“ ist insolvent

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Steinbach - Der „Adler“ ist flügellahm: Über das Lokal in Steinbach ist Ende Januar ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das geht aus einer Veröffentlichung in den Insolvenzbekanntmachungen des Amtsgerichts Fulda hervor.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Es gab Zeiten, in denen die Steinbacher mit ein bisschen Stolz von der „B-M-W-Straße sprachen, wenn sie die Dorfstraße meinten. Denn dort fanden sich Bäcker. Metzger und Wirt in kundenfreundlicher Nachbarschaft. Nachdem die Bäckerei Miosga 2013 nach Insolvenz geschlossen hatte und auch die Filiale der Nüsttaler Bäckerei Vogt in dem Gebäude 2014 schloss, waren nur noch der Metzger und der Wirt übrig geblieben. Jetzt hat auch der Landgasthof „Zum Adler“ Insolvenz angemeldet.

Inhaber nicht zu erreichen

Das vorläufige Insolvenzverfahren ist am 30. Januar eröffnet worden, bestätigte Rechtsanwalt Michael Kranz von der Bad Hersfelder Kanzlei Scheurmann, Schraad & Partner, die das Verfahren führt. Das Lokal sei geschlossen, teilte Kranz mit. Der Versuch, von Gastwirt Faredin Salihov etwas zu den Entwicklungen zu erfahren, die zu der Insolvenz geführt haben, scheiterte: Er war gestern telefonisch nicht zu erreichen. „Dino“ Salihov hatte den „Adler“ seit dem August 2011 geführt.

Veranstaltungen werden weiter betreut

Auch wenn die Gaststätte nun erst einmal geschlossen ist: Wer beim „Adler“-Wirt für die nächste Zeit eine Familienfeier geplant und festgemacht hat, braucht nicht in Hektik zu geraten: Diese Veranstaltungen können über den Catering-Service der Metzgerei Seng in den Adler-Räumen betreut werden. Das teilt Markus Seng, der auch Eigentümer der Immobilie ist, mit. Man habe das in Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter und mit Wirt Salihov so geregelt.

Neuer Pächter gesucht

Der Gastronom werde das Lokal nicht weiter führen, teilte Rechtsanwalt Kranz mit. „Wir suchen einen neuen Pächter für das Lokal“, betätigte Markus Seng. Allerdings werde man sich mit der Entscheidung gegebenenfalls Zeit lassen, fügte Seng hinzu: „Die Gaststätte mit dem großen Saal, der 180 Plätze hat, braucht einen qualifizierten Wirt und ist nichts für unerfahrene Leute, die nur mal was in der Gastronomie versuchen wollen“, unterstrich Seng.

Verfahrenseröffnung wohl in den nächsten Wochen

Offenbar hatten Beitragsforderungen der AOK Gießen das Insolvenzverfahren ausgelöst. Nach Angaben von Markus Seng hatte sich die wirtschaftliche Situation des „Adlers“ in den vergangenen beiden Jahren verschlechtert. Er geht davon aus, dass das eigentliche Insolvenzverfahren in den nächsten Wochen eröffnet wird.

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