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Sturmtief „Fabienne“ richtet Verwüstung in Nüsttal an (mit Video)

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Fotos: Stefan Hohmann, Hartmut Zimmermann
Fotos: Stefan Hohmann, Hartmut Zimmermann

Kermes - Das Sturmtief „Fabienne“ richtete am vergangenen Sonntag in der Region viel Schaden an. So auch im Nüsttal, besonders in Kermes und Gotthards. Zahlreiche in 6 bis 8 Metern wie Streichhölzer abgeknickte Baumkronen sowie umgestürzte Bäume ließen einen vor Ort anwesenden Unwetterforscher im Rahmen der Erstbegutachtung vermuten, dass der Sturm tornadoartige Ausprägungen hatte.

Die Ortsteilfeuerwehren Hofaschenbach, Gotthards, Rimmels und Silges waren mit insgesamt 34 Kräften im Einsatz und hatten über mehrere Stunden alle Hände voll zu tun, um akute Sturmschäden zu beseitigen. Das teilte Nüsttals Gemeindebrandinspektor Stefan Hohmann in einer Pressemitteilung mit.

So musste die Ortsteilfeuerwehr Nüsttal-Gotthards eine Person befreien, die auf der L3293 zwischen Gotthards und Schwarzbach in ihrem Pkw zwischen mehreren umgestürzten Bäumen eingeschlossen wurde. Die ebenfalls alarmierte Ortsteilfeuerwehr Nüsttal-Hofaschenbach konnte gar nicht erst bis nach Gotthards vordringen, da bereits auf der L3176 zwischen Morles und Gotthards mehrere mächtige Bäume umgestürzt waren und ein Passieren unmöglich machten. Da auch die Hofbieberer Nachbarwehr Schwarzbach anderweitig im Einsatz war, waren die Gotthardser Feuerwehrkräfte lange Zeit auf sich alleine gestellt. Erschwerend kam hinzu, dass es infolge des Unwetters zu einem zeitweisen Stromausfall in Gotthards kam, so dass eine Alarmierung der Feuerwehr über Sirene nicht möglich war.

Die Ortsteilfeuerwehr Nüsttal-Hofaschenbach hatte auf der L3176 mit derart massiven Windbrüchen zu tun, dass zusätzlich noch die Ortsteilfeuerwehren Nüsttal-Rimmels für unterstützende sowie Nüsttal-Silges für verkehrssichernde Maßnahmen hinzugezogen werden mussten. Allein ein zwischen Kermes und Gotthards umgestürzter Baum konnte nur Stück für Stück zerlegt und anschließend mit schwerem Gerät von der Verkehrsfläche beseitigt werden. Wertvolle Dienste leisteten dabei nicht nur der gemeindeeigene Traktor mit Greifer sowie der Lkw des Bauhofes, sondern auch ein Bagger und ein Traktor mit Winde von Gotthardser und Kermeser Bürgern.

Im Anschluss an die vorgenannten Einsatzmaßnahmen wurden noch zahlreiche umgestürzte Bäume in den Ortsteilen Gotthards, Kermes und Hofaschenbach von Verkehrsflächen beseitigt.

Zu den Unwettereinsätzen der Freiwilligen Feuerwehr müssen seitens Gemeindevorstand und Leitung der Freiwilligen Feuerwehr einige Anmerkungen gemacht werden. Die vorherrschende Extremwetterlage führte dazu, dass naturgemäß nicht alle Einsatzstellen sofort erreicht oder abgearbeitet werden konnten und verkehrsbedingte Wartezeiten infolge Fahrbahnsperrungen unvermeidbar waren. Darüber hinaus ist es nicht Aufgabe der Feuerwehr, abgedeckte Dächer an landwirtschaftlichen Nutzgebäuden zu reparieren oder gar Bürgersteige, private Höfe oder Grundstücke zu reinigen, solange keine akute Gefahr oder an anderer Stelle größere Not besteht.

Gemeindebrandinspektor Stefan Hohmann bestätigt, dass alle durchgeführten Einsatzmaßnahmen diszipliniert und professionell durchgeführt wurden. Daher sollte seitens einiger Bürger und insbesondere einiger Verkehrsteilnehmer davon abgesehen werden, den Einsatzkräften Vorhaltungen zu machen, warum sich die Einsatzmaßnahmen so lange hinziehen und Verkehrsflächen so lange für die Durchfahrt gesperrt werden mussten. Einige Verkehrsteilnehmer, die sich die Durchfahrt erzwingen wollten und dabei sogar bewusst auf Feuerwehrleute zusteuerten, sollten sich einmal Gedanken darüber machen, dass solche Verhaltensweisen nicht nur eine enorme Eigengefährdung bedeuten können, sondern auch von Verantwortungs- und Respektlosigkeit gegenüber den ehrenamtlichen Helfern zeugen.

Gemeindevorstand und Leitung der Feuerwehr wollen allen ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehr, den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofes sowie allen uneigennützig helfenden Bürgern für ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft danken. Hier lesen Sie mehr:

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