Ein Gemälde von Dikla Stern.
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Viele Assoziationen in Dikla Sterns Werk zur Ausstellung: Geisa, sein Lilien-Wappen, seine Geschichte zwischen Luftbrücke und Point Alpha, dazu Sterne für die Sterns.

Vernissage am 27. August

Kunst von heute, erinnern an damals - Dikla Stern zeigt „Die Sterne von Geisa“ in der Deschauer Galerie

Einen ungewöhnlichen Beitrag zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wird die Annelise Deschauer Galerie in Geisa demnächst zeigen: Gesellschaftskritische Pop Art und Collagen von Dikla Stern einer in Berlin lebenden Israelin. 

Geisa - Dikla Stern, ist die Enkelin von Albert Stern, der 1916 in Geisa geboren wurde. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In der retrospektiven Ausstellung „Die Sterne von Geisa“ stellt die in Berlin lebende Künstlerin Dikla Stern neben gesellschaftskritischer Malerei und Collagen der letzten zehn Jahre auch eine für die Ausstellung in der Anneliese Deschauer Galerie produzierte Sonderanfertigung vor.

Die Auseinandersetzung mit Gesellschaft im Spannungsfeld von Macht und Unterdrückung, Recht und Freiheit, ist teils diskret, aber auch ganz direkt wiederkehrendes Thema in den Werken von Dikla Stern. „In meiner Malerei hebe ich kritische Zustände durch Übertreibung hervor und projiziere meine Wahrnehmung unserer alltäglichen Realität anhand von Sujet und Titel überspitzt auf Personen oder Objekte. Meine Arbeiten definiere ich als „Political Satirical Pop Art“.

Südthüringen: Kunst von Israelin Dikla Stern ab 27. August in Deschauer Galerie

Ihre Werke beschreiben gesellschaftliche Phänomene, die als „gestört“ wahrgenommen werden. Zeitgenössische Themen und Ereignisse werden künstlerisch reflektiert und nach dem kollektiven Einfluss von Medien, Politik und Geschichte auf das einzelne Individuum befragt.

Die Künstlerin

Dikla Stern, geboren 1972 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Nach ihrem Diplom in Bildender Kunst und Design am Anni-Institut in Tel Aviv studierte sie Kommunikationsdesign, Medientheorie und Philosophie an der Hochschule Mannheim und schloss mit dem Master of Arts ab. Seit 2010 ist sie als freie Künstlerin, Grafikdesignerin und Kunstdozentin in Berlin tätig. Sterns Werke sind in verschiedenen Privat- und Firmensammlungen im In- und Ausland vertreten. Ihre Arbeiten sind unter anderem im Film ‚Fucking Berlin‘, aktuell im ZDF-Zweiteiler ‚Altes Land‘ sowie der Netflix-Serie ‚Biohackers 2’ zu sehen.

Stern bedient sich der sowohl figurativen wie realistischen Sprache der Pop Art. Formale Strukturen treffen auf das figurative Bild. Signifikante Bildsymbole werden eingegliedert in maltechnische Strukturen von Form, Farbe, Linie und Komposition. Neben Sicherheitsprodukten wie – in den USA frei zugänglichen – Waffen (Brother & Sister, 2017), oder medizinischem Gerät (Arsenal, 2015) setzt sich die Künstlerin aktuell vermehrt mit informations- und genderpolitischen Themen auseinander.

Die Präsentation in Geisa wird auch eine biographische Dimension haben: Mit Dokumenten und Fotos von Albert Stern gewährt sie Einblick in das Leben ihres Großvaters. Unter andrem werden Briefe Albert Sterns gezeigt. (Lesen Sie hier: Europa-Abgeordnete Marion Walsmann fordert: „Mehr Schulklassen sollten Point Alpha besuchen“)

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Die Sterne von Geisa“ wird vom Samstag, 28. August, Freitag, 8. Oktober, gezeigt.
Die Anneliese Deschauer Galerie (Geisa, Schlossplatz 1-2) ist dienstags, donnerstags, freitags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Die Vernissage findet am Freitag, 27. August, statt und beginnt um 19.30 Uhr. Zu dieser Veranstaltung muss man sich per E-Mail anmelden.

Albert Stern, der 1985 in Tel Aviv starb, fühlte sich nach der erzwungenen Auswanderung offenbar ein Leben lang eng mit seiner Thüringer Heimat verbunden. Davon berichtete seine Witwe einer Geisaer Gruppe, die vor einigen Jahren Israel besucht und den Kontakt zur Familie Stern aufgenommen hatte. „Die damals schon 93 Jahre alte Frau Albert Sterns reiste eigens von Tel Aviv nach Jerusalem, um die Gruppe aus Geisa zu treffen“, berichtet Geisas Hauptamtsleiterin Sylvia Möller. In intensiven Gesprächen hätten die Witwe und ihre Söhne über die Familiengeschichte berichtet. (zi)

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