Foto: DRK

500 Teilnehmer diskutieren bei Symposium über Rettungsdienst zwischen Not und Notwendigkeit

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Wiesbaden/Hohenroda - „Am seidenen Faden? Rettungsdienst zwischen Not und Notwendigkeit!“ 500 Teilnehmer und Referenten haben anlässlich des DRK-Rettungsdienstsymposiums in Hohenroda über die vorgeschlagene Reform der Notfallversorgung und die künftige Entwicklung im Rettungsdienst diskutiert.

„Die Reform der Notfallversorgung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat positive Ansätze, aber die Tücke liegt im Detail. Manche Regelungen, wie die veränderte Zuständigkeit für Verhandlungen über die Kosten des Rettungsdienstes sind ungeeignet“, unterstrich Norbert Södler, Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen in seiner Begrüßung.

„Der Rettungsdienst ist ein hochwertiger Erstversorger im Notfallszenario. Von seiner Qualität hängt der Behandlungserfolg ab. Beteiligen Sie die Fachleute des Rettungsdienstes aus den Bundesländern an der Diskussion und hören Sie auf deren Rat“, forderte Norbert Södler. „Integrierte Notfallzentren sind vielversprechend und könnten mittels eines ‚gemeinsamen Tresens‘ die Zuordnung der Patientenströme vollziehen – sei es zum integrierten Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder zur zentralen Notfallaufnahme. Wichtig ist hier der Wille zur Veränderung. Auch in diesem Belang müssen sachkundige Vertreter des Rettungsdienstes gehört werden“, führte er weiter aus.

Zusammenfassend können nach dem ersten Symposiums-Tag folgende Aussagen festgehalten werden: Lösungen zur aktuellen Struktur in der Notfallversorgung müssen im Dialog und aus der Sicht des Patienten erarbeitet werden. Der Bürger müsse Gesundheitskompetenz lernen, möglich wäre ein Abfragetool in zwei Stufen, das den Patienten zur richtigen Behandlung bringt. Entscheidend seien die Restrukturierung der Notfallversorgung, eine stärkere Konzentration der Rettungsdienstbereiche und eine abgestimmte Planung für Krankenhaus und Rettungsdienst. Überlegungen zu Gemeindenotfallsanitäter, telemedizinischen Projekten und Notfallkrankentransportwagen seien zu berücksichtigen. Von großer Bedeutung sei auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter in Form von Autonomie (Mitgestaltungsmöglichkeit), Flexibilität (Berücksichtigung der aktuellen Lebenssituation) und Wertschätzung.

Die gemeinsame Meinung war, dass in der Notfallversorgung etwas passieren müsse. „Die vom Bundesgesundheitsministerium vorgeschlagenen Neuregelungen für die Notfallversorgung bieten gute Ansätze für weitere Diskussionen. Für die Neuregelung des Rettungsdienstes allerdings sind die Vorschläge des Bundesgesundheitsministers noch nicht ausgereift genug. Schlussendlich muss man aber auch irgendwann einmal damit anfangen, Veränderungen umzusetzen“, fasst Günter Ohlig, Bereichsleiter Rettungsdienst beim DRK-Landesverband Hessen zusammen. / mlo

Das könnte Sie auch interessieren