Renate Beutler und ihr Verein kümmern sich um Findlinge wie diese beiden. Die Kastration gehört dazu.
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Renate Beutler und ihr Verein kümmern sich um Findlinge wie diese beiden. Die Kastration gehört dazu.

Freude über große Resonanz

Rettungsaktion des Tierschutzvereins Hünfeld: Schon mehr als 80 Streuner kastriert

In Hünfeld und Umgebung gibt es immer mehr heimatlose, unterernährte und gar verletzte Katzen. Der Hünfelder Tierschutzverein hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den Streunern zu helfen und eine Kastrationsaktion ins Leben gerufen.

Hünfeld - „Unsere Aktion wurde von den Leuten sehr gut angenommen und umgesetzt. Es ist irre, wie viel schon erreicht wurde“, freut sich die Vorsitzende Renate Beutler. Der große Beitrag, in dem unsere Zeitung die Situation der Katzen thematisiert hatte, scheint die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisiert zu haben. Bislang wurden mehr als 80 Tiere kastriert. Anders als im vergangenen Jahr, in dem der Verein mit dem Kastrationsmobil zusammenarbeitete, nehmen hiesige Tierärzte die Operationen vor.

Dabei kann sich jeder, der eine notleidende Katze entdeckt, telefonisch bei dem Tierschutzverein Hünfeld melden. „Die Leute rufen einfach an und erläutern das Problem. Anschließend vereinbaren wir einen Termin und besprechen den Transport“, erklärt Beutler das Vorgehen und freut sich über die große Mithilfe der Bürger. „In unserem Verein arbeiten ausschließlich Ehrenamtler. Die ganze Aktion bedeutet viel Arbeit für uns, die wir natürlich gerne machen. Dennoch ist es uns eine große Hilfe, wenn sich die Leute dazu bereit erklären, die Fallen selbst aufzustellen oder die Katzen gar vorbeibringen.“ Die Helfer beobachten zunächst länger die Katzen, bevor sie den Verein kontaktieren. „Das ist wichtig, um zu gewährleisten, dass es sich tatsächlich um eine herrenlose Katze handelt“, so Renate Beutler.

Tierschutzverein Hünfeld: Rettungsaktion läuft noch bis Ende des Jahres

Auffällig sei, dass immer mehr bunte Tiere aufgefunden werden. „Die bunten Vierbeiner haben bislang eine Seltenheit dargestellt und zeigen uns jetzt, wie schnell sich die heimatlosen Katzen vermehren. Hinzu kommt, dass sie meist weiblich sind, was pro Katze mehrere Kleine bedeutet, die ebenfalls auf der Straße landen“, äußert sich Beutler.

Die versorgten Samtpfoten können anschließend weitervermittelt werden: „Babykatzen erfreuen sich großer Beliebtheit, deshalb ist es recht leicht, für diese ein neues Zuhause zu finden“, sagt die Tierschutzverein-Vorsitzende Beutler. Bei den älteren Katzen sehe dies anders aus. Da sie den Umgang mit Menschen nicht gewohnt sind, verhalten sie sich wie Wildkatzen und machen eine Weitervermittlung unmöglich. „Wir bringen diese Katzen an den Ort zurück, an dem wir sie gefunden haben. Allerdings überlassen wir sie nicht wieder ihrem Schicksal, sondern kümmern uns um ihre Versorgung“, erklärt die Tierschützerin. Davor werden die Streuner gechippt oder tätowiert, um sie bei erneutem Auffinden dem Tierschutzverein Hünfeld zuzuordnen und zu wissen, dass es sich um eine kastrierte Katze handelt.

Bis zum 31. Dezember läuft die Kastrations- und Rettungsaktion des Hünfelder Tierschutzvereins. Genügend Zeit, um noch vielen weiteren Streunern eine zweite Chance zu ermöglichen. (von Celina Lorei)

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