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Torwart Jannis Maul (16) aus Burghaun bleibt bis mindestens 2022 bei Dynamo Dresden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun/Dresden - Vor rund einem halben Jahr bezog der gebürtige Schlotzauer Jannis Maul sein Quartier in Dresden. Der 16-Jährige ging den Weg in das Nachwuchsleistungszentrum der SG Dynamo. Seitdem hat sich für den Schlussmann vieles zum Positiven entwickelt.

Von unserem Redaktionsmitglied Tobias Konrad

Dass Schalkes Kapitän und Torhütertalent Alexander Nübel im Sommer zum FC Bayern wechselt und dort wahrscheinlich größtenteils auf der Bank sitzen wird, wirft bei vielen fußballbegeisterten Personen Fragen auf. „Ich wäre wohl geblieben und hätte gespielt“, meint Jannis Maul kurz und knapp auf die Frage, wie er bei einem solchen Szenario reagiert hätte, wenngleich er betont, „dass die Voraussetzungen natürlich ganz andere sind“.

Vor zu wenig Spielzeit muss sich der ehemalige Spieler des JFV Viktoria Fulda derzeit nicht fürchten. Alle 17 Begegnungen in der B-Junioren-Bundesliga Nord/ Nordost bestritt er für die SGD über die komplette Distanz – als einziger im gesamtem Team – und schnupperte gar einmal bei den A-Junioren auf der Bank mit rein.

Mental deutlich weiter

„Niemals habe ich damit gerechnet“, verrät Maul im Hinblick auf seine Einsatzzeiten und fügt an, „dass der Konkurrenzkampf vorhanden ist. Allerdings hatte ich etwas Glück, denn anfangs fehlte mein Konkurrent mit einer gebrochenen Hand. So habe ich mich frühzeitig durchgesetzt.“

Der 16-Jährige arbeitet Tag für Tag, sagt selbst, dass er in vielen Bereichen bereits deutliche Fortschritte gemacht hat. „In Sachen Konstanz und Spielintelligenz ist es nun etwas ganz anderes“, so Maul, der sich sowohl körperlich als auch mental deutlich weiter wähnt als noch zu JFV-Zeiten.

„Ein geschichtsträchtiger Verein“

Gemeinsamkeiten zwischen seinem alten und neuen Verein lassen sich deshalb nur schwer einschätzen. Allein von der Größenordnung sei der Bundesligaclub eine andere Kragenweite, was sich nicht nur im Bau des neuen Trainingszentrums für knapp 19 Millionen Euro spiegelt. Dort sollen neben den Profis die A- und B-Junioren trainieren – und somit auch der Schlotzauer.

„Dynamo ist ein geschichtsträchtiger Verein. Die Fans, die Strukturen, all das ist der Wahnsinn. Es gibt wenigen Parallelen zu Fulda“, weiß Maul, der bereits einmal bei den Profis mittrainieren durfte und feststellte, „dass dort noch mal ein ganz anderer Wind weht. Die Schärfe und der Fokus sind noch ein Stück höher.“

Maul mit seinem Team auf Rekordkurs

Doch noch bleibt der Blick auf der eigenen Mannschaft, die den Verantwortlichen viel Spaß bereitet. Mit 28 Zählern stehen die Sachsen auf dem sechsten Rang, wenngleich in den letzten Partien vor der Winterpause noch weitere Punkte liegengelassen wurden. „Da haben wir uns ein wenig auf den bereits gesammelten Zählern ausgeruht“, stellt der Keeper fest.

Der allerletzte Fokus habe gefehlt, doch das Ziel für das Team ist klar, denn Maul und seine Vorderleute befinden sich auf Rekordkurs. In der Saison 2011/2012 beendete Dynamo, ebenfalls auf Platz sechs, die Saison mit 40 Punkten, die bislang beste Platzierung im deutschen Oberhaus. „Das wollen wir unbedingt knacken“, meint das Torwarttalent schmunzelnd.

„Abends freue ich mich auf das Bett“

Die Freizeit ist entsprechend knapp bemessen. „Schule, Mannschaftstraining, Torwarttraining, Hausaufgaben, Lernen. Der Tag ist immer vollgepackt und das Internatsleben ist etwas ganz anderes als zu Hause. Aber das ist okay, denn man lernt sich selbst zu organisieren. Für einen Anruf nach Hause zur Familie oder den Freunden bleibt dennoch immer wieder Zeit“, sagt Maul, der im gleichen Atemzug betont, „dass einen der Alltag schon kaputt macht und man sich abends auf das Bett freut.“

Die fußballerischen Strukturen sind stark an die Profis gekoppelt, Physiotherapeuten stehen den Spielern rund um die Uhr zur Verfügung, so dass der ehemalige Viktorianer von Verletzungen bislang verschont geblieben ist. Und Maul darf auch weiterhin die Professionalität genießen, unterzeichnete er vor wenigen Tagen doch einen Vertrag für weitere zweieinhalb Jahre bis 2022. „Freude pur“ verspürte der Jungspund dabei.

Auf Urlaub in der Heimat

„Ausschlaggebend war die Entwicklung. Es gibt viele positive Rückmeldungen von Seiten des Vereins und es macht mir auch unglaublichen Spaß. Das zeigt sich in meinen Leistungen. Außerdem kann ich so meine Fachholschulreife hier beenden und habe Planungssicherheit“, frohlockt der Zehntklässler.

Der Draht in die Heimat ist aber weiterhin vorhanden, bereits zweimal war Maul bei Spielen der einstigen Weggefährten in Lehnerz vor Ort. Noch viel lieber ist ihm nur der derzeitige Heimaturlaub bei der Familie, denn auch Vater Christian, Mutter Beatrice und die Geschwister Maurice, Finn und Lia freuen sich auf ruhige Tage, ehe Jannis’ Weg im Januar erneut gen sächsische Landeshauptstadt führt.

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