Künftig steht in der Rasdorfer Straße eine Messsäule, die in beide Fahrtrichtungen blitzen kann. / Foto: Sabrina Mehler

Überschuss von 28.400 Euro: In Hünfeld wird bald moderner geblitzt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Die Geschwindigkeitsmessanlagen in Hünfeld sollen auf Digitaltechnik umgerüstet werden. Wer zu schnell fährt, wird künftig von modernen Messsäulen fotografiert. Dabei liegen die Einnahmen der Stadt nicht so hoch, wie man meinen könnte: Nach Abzug der Unterhaltungskosten erwartet Hünfeld nur einen Überschuss von rund 28.400 Euro jährlich.

Derzeit sind in Hünfeld insgesamt an sieben Standorten Anlagen installiert. „Das sind alles sensible Stellen, an denen zum Beispiel Schulkinder die Straße überqueren”, sagte Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss.

Zwei Anlagen stehen in der Rasdorfer Straße in Hünfeld, zwei an der B 84 in Neuwirtshaus, eine in Oberrombach, eine bei Nüst und eine an der B 27 bei Hünfeld-Nord. Künftig sollen nur noch an vier Standorten Blitzer stehen – die neuen Messsäulen können dann allerdings beide Fahrtrichtungen überwachen.

Wegen auslaufender Technik

Der Blitzer an der Bundesstraße 27 fällt weg, weil dort die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wurde. Wann die Anlagen aufgestellt werden, steht noch nicht fest. Erst nach der Beschlussfassung des Haushalts 2016 kann das Projekt europaweit ausgeschrieben werden.

Grund für den Umstieg sind Veränderungen in der Technologie. Die alten Anlagen laufen noch mit sogenannten Nassfilmen, einer Technik, die ausläuft und für die es in absehbarer Zeit nur noch einen eingeschränkten technischen Service geben wird, erklärt Pressesprecher Helmut Käsmann.

Nur Anlagen in der Rasdorfer Straße nicht defizitär

Die neuen Anlagen funktionieren mit Digitaltechnik und Lasermessungen und brauchen deshalb keine verschleißanfälligen Kontaktschleifen mehr im Asphalt, was zu erheblichen Unterhaltungsaufwendungen geführt habe.

Im Jahr 2015 waren an den stationären Blitzern Einnahmen in Höhe von 76.000 Euro erzielt worden. Dabei weisen allerdings nur die Anlagen an der Rasdorfer Straße einen Überschuss aus, alle anderen Blitzer sind wegen der hohen Wartungskosten defizitär. „Das zeigt aber auch, dass sie wirken”, sagt Käsmann.

Erwartete Kosten und Erträge pro Jahr

Oberrombach

Fallzahlen: 250

Erträge: 3750 Euro

Kosten: 8500 Euro

Ergebnis: - 4750 Euro

Rasdorfer Straße

Fallzahlen: 4000 Fälle

Erträge: 60.000 Euro

Kosten: 20.100 Euro

Ergebnis: 39.900 Euro

Nüst

Fallzahlen: 300

Erträge: 4500 Euro

Kosten: 8500 Euro

Ergebnis: - 4000 Euro

Neuwirtshaus

Fallzahlen: 638

Erträge: 9570 Euro

Kosten: 12.400 Euro

Ergebnis: - 2800 Euro

Während in der Messanlage in der Rasdorfer Straße ständig eine Kamera installiert werden soll, wird dies in Neuwirtshaus nur in der Hälfte der Zeit, in Nüst und Oberrombach zu einem Viertel der Zeit so sein. / sam

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