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So sieht der Biberdamm nach der Zerstörung aus.

Mit Motorsäge

Unbekannte zerstören zum wiederholten Mal Biberdämme bei Burghaun – NABU stellt Strafanzeige

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Irgendjemand scheint es auf den an den Langenschwarzer Fischteichen bei Burghaun heimisch gewordenen Biber abgesehen zu haben. Zum wiederholten Male wurden Dämme zerstört. Auch die Burg wurde beschädigt.

Burghaun - Bereits im April wurden zwei Biberdämme allem Anschein nach von Menschenhand zerstört. Rasch setzte der Biber, dessen Burg auf dem Fischteich gelegen ist, die Dämme im Zulaufbereich des Teichs wieder instand. 

Doch am ersten Maiwochenende wurden erneut beide Dämme zerstört, bevor am vergangenen Wochenende die Beeinträchtigung für den Biber noch weitergingen: Auf der Insel im Teich, die mit der Burg fast eins ist, wurden drei durch den Biber angenagte und halb gefällte Bäume offensichtlich mit der Motorsäge abgesägt und ans Ufer geschleppt.

Wer ist gegen Familiengründung des Bibers?

Hans Jordan, Vorsitzender des NABUBurghaun, berichtet, „dass ein Baumstamm auch noch demonstrativ zur Blockade auf der Biberrutsche zum Bach hin abgelegt wurde“. Auch die beiden Dämme wurden erneut zerstört – das dritte Mal binnen vier Wochen.

So sah der Biberdamm vor der Zerstörung aus.

Beobachtet und dokumentiert haben den Verlauf der NABU Burghaun und Naturfreunde aus Langenschwarz. Jordan ist sich sicher: „Es wird versucht, den Biber von dort zu vertreiben.“ Jemandem scheine es zu missfallen, dass der Biber in diesem Bereich in den vergangenen Jahren heimisch geworden ist und nun vorhat, in der Biberburg eine Familie zu gründen. 

NABU stellt Strafanzeige

Im Teich und an der kleinen Insel sind zudem Teichhühner, Stockenten sowie zwei Familien Graugänse und Nilgänse mit ganz frisch geschlüpften Jungen zu Hause. „Durch die Zerstörung sind die Tiere extrem in Gefahr, da aktuell auch noch Brutzeit ist und beim Biber Nachwuchs erwartet wird“, sagt Jordan. 

Auch die Biberburg ist diesmal in Mitleidenschaft gezogen worden.

Bereits nach der ersten Zerstörung der Dämme hatte der NABU Burghaun die Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet, die seinerzeit eine Anhörung zur Sache angekündigt hatte. Nun sah sich der NABU Burghaun nach Empfehlung der Unteren Naturschutzbehörde gezwungen, Strafanzeige zu stellen.

„Das Maß ist voll“, sagt Jordan, der wie seine Mitstreiter traurig ist: „100 Jahre galt der Biber in unseren Breitengraden als ausgestorben und nun wird er so begrüßt.“

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