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Verabschiedung des Lichtberg-Schulleiters: Mit Staubwedel in den Ruhestand

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eiterfeld - Besser kann man sich nicht verabschieden: Die offizielle Feier, bei der der Leiter der Eiterfelder Lichtbergschule Helmuth Herbst in den Ruhestand entlassen wurde, war voller warmer und herzlicher Worte, launigen Reimen – und Tränen der Rührung.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Und Geschenke gab es auch, darunter allerlei Utensilien, die ein Neu-Ruheständler so benötigt: vom Staubwedel für den künftigen Haushaltsputz bis zur Kochschürze mit der Aufschrift „So sehen Rentner aus“. Und als er neben vielen anderen Präsenten auch noch ein Mosaik mit Bildern aller Schüler und Lehrer erhielt sowie genügend Papier, um 1000 Kraniche zu falten, weil man dann laut Mythos einen Wunsch frei hat – da war es um den scheidenden Schulleiter geschehen. Helmuth Herbst kämpfte mit den Tränen der Rührung.

Zuvor waren viele Gratulanten und Weggefährten ans Mikrofon getreten, um ihm zu danken und an gemeinsame Erlebnisse zu erinnern, darunter auch frühere Schüler und Schülerinnen der allerersten Klasse, die Herbst unterrichtet hatte, als er 1979 an die Lichtbergschule kam.

Veränderung sei ständiger Begleiter gewesen

Rita Schmidt-Schales vom Staatlichen Schulamt Fulda hob hervor, dass die Schüler und Schülerinnen in Eiterfeld „auf höchstem Niveau“ und gleichzeitig mit Leichtigkeit und Freude unterrichtet würden. Es sei Anspruch der Lehrer und Lehrerinnen, dass alle in den erfolgreichen Lernprozess eingebunden würden. Sie lobte Herbst für seine absolute Präzision und stets genauesten Berechnungen und seine Art, die eine offene und freundliche Atmosphäre in der Schule ermögliche.

Melanie Doran, die in Vertretung des Landrats sprach, hatte vorher in die damalige Bewerbung Herbsts zum Schulleiter hineingelinst. Schon damals habe er erklärt, mit guten und engagierten Lehrern Konzepte zur weiteren Verbesserung der Unterrichtsqualität umsetzen zu wollen. Seitdem sei die Veränderung ein ständiger Begleiter gewesen. Herbst habe von Beginn an eine hohe Anerkennung genossen.

„Meilenstein für die Marktgemeinde“

Das bestätigte auch Erster Beigeordneter Hubert Schmelz, der auch auf den Neubau der Schule einging: Dies werde ein „Meilenstein für die Marktgemeinde.“ Die Worte von Pfarrer Karl Josef Gruber drehten sich um Ordnung und Chaos: Nach dem Ruhestand gehe es für Herbst erst einmal keine gefüllten Tage mehr, sondern stattdessen ein bisschen Durcheinander. Im Chaos liege aber auch der Anfang des Schöpferischen, so Gruber. Für das Leben nach der Schule wünsche er Herbst Mut und Fantasie.

Sichtlich erfreut war Herbst, dass auch der stellvertretende Schulleiter Frank Wrabletz gekommen war, der sich im Krankenstand befindet. Der schilderte mit Humor und Gefühl den gemeinsamen Berufsweg der beiden und verriet, dass der Mathe- und Physiklehrer Herbst einst auch mal Fortbildungen im Trampolinspringen besucht habe. Er dankte Herbst, der oft bis spät in die Nacht gearbeitet habe, für seinen Einsatz.

Letzte große Pause mit Sekt und Essen

Während der Feier, die musikalisch vom Schulorchester unter Leitung von Michaele Schoeler gestaltet wurde, sprachen außerdem Grußworte: Vertreter des Schulelternbeirats, der Schülervertretung, der Schulleitung, der Abteilung für Lernhilfe, des Kollegiums und des Fördervereins. Auch Herbsts Vorgänger Gerald Bagus und Linus Steinwachs ließen es sich nicht nehmen, den nun 65-Jährigen in den Ruhestand zu verabschieden.

Der gerührte Helmuth Herbst bedankte sich herzlich bei den Grußrednern und für die vergangene Zeit. Nun wolle er erst mal schlafen, faulenzen und ausruhen – und sich später Zeit für Reisen und Wellness nehmen. Die „letzte gemeinsame große Pause“ feierte er anschließend gemeinsam mit Weggefährten bei Sekt und gutem Essen.

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