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CDU verliert, behält aber die absolute Mehrheit: Reaktionen aus Hünfeld

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Im Hünfelder Rathaus herrschte nach den ersten Umfrageergebnissen Ratlosigkeit. Das Erstarken der AfD im Kreis sorgte durch alle Reihen für ungläubige Gesichter. Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) war trotz absoluter Mehrheit in der Hünfelder Stadtverordnetenversammlung wenig nach Feiern zu Mute. Zufriedenheit herrschte bei der CWE.

Schwenk bezeichnete die starken Ergebnisse von AfD im Kreis und den Republikanern im Fuldaer Stadtparlament als „enttäuschend“. Mit einem hohen einstelligen Ergebnis der AfD habe er gerechnet. Doch die 14,5 Prozent, die den Hochrechnungen zufolge AfD gewählt hätten, seien „erschütternd“. Dennoch dürften die Verantwortlichen die Augen vor diesem Ergebnis nicht verschließen.

Die Ursache liegt für Hünfelds Bürgermeister auf der Hand: Die bundesweite Flüchtlingspolitik hätte, wie erwartet, großen Einfluss auf die Kommunalwahl gehabt. Dabei sei die Flüchtlingspolitik des Kreises mehr als erfolgreich gewesen. In keinem Ort seien Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert worden. Damit spielt Schwenk auf die kreisweite Verteilung der Asylsuchenden im Kreis an.

Der anstehenden Legislaturperiode sieht Schwenk in Hünfeld aber positiv entgegen. Laut vorläufigem Trend haben die Christdemokraten zwar gut fünf Prozent (von 61,6 auf 55,5 Prozent) verloren, bleiben aber mit Abstand stärkste Kraft in der Haunestadt. Mit jungen, gestandenen Kandidaten könne die CDU in eine weitere Amtszeit gehen. CWE mit Zwischenstand zufrieden

Zufrieden zeigten sich auch die Verantwortlichen der CWE. Fraktionsvorsitzender Hermann Quell mahnte zwar zur Vorsicht, erst wenn endgültigen Ergebnisse vorlägen, gebe es Grund zur Freude. Doch könne man mit den 17,7 Prozent (2011 waren es 14,4), die derzeit für die CWE auf dem Papier stehen, zufrieden sein.

„Wir haben ohne Rückenwind von der Bundespolitik vor Ort Flagge gezeigt. Das scheint der Wähler zu honorieren“, analysiert Quell den Trend. Flagge habe die CWE vor allem bei der Windkraft-Diskussion gezeigt „und zwar bereits, als bei den anderen noch Goldgräberstimmung herrschte“. Auch die Bürgermeisterkandidatur von Roland Koch habe dazu beigetragen. „Es wurde honoriert, dass wir eine Alternative angeboten haben“. Stichwort Alternative: Auch Quell zeigte sich enttäuscht von dem starken Ergebnis der AfD in Fulda.

Die SPD steht in Hünfeld nach derzeitigem Stand fast unverändert bei 19 Prozent (2011: 18,7). Die FDP konnte mit 8,3 Prozent im Vergleich zu 2011 zulegen. Damals stimmten 5,3 Prozent der Wähler für die Liberalen. / kbk

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