Foto: Hartmut Zimmermann

Video: Bagger beseitigen wegen Überflutungsgefahr große Biber-Staudämme

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Schluss mit der Rückstaugefahr: In einer Großaktion hat gestern ein Team des Burghauner Bauhofs die Biberdämme im Bruchgraben in Großenmoor entfernt. Nun kann das Wasser fließen, ohne dass Überflutungen in Folge von Wasser-Rückstau drohen.

Schnurgerade verläuft der Wasserlauf zwischen Großenmoor und Hechelmannskirchen. Normalerweise fließt nicht viel Wasser in dem V-förmig eingetieften Bruchgraben, der auf Höhe der Straße „In der Aue“ aus der Verrohrung austritt. Er entwässert nicht nur das eigentliche Große Moor, sondern auch die weite Senke rund um das Dorf. Doch im Sommer hat sich dort ein Biber angesiedelt – und binnen kurzer Zeit zwei beachtliche Stauwerke errichtet.

Der immer höher ansteigende Wasserpegel verursachte einen Rückstau, der fast die ganze Höhe des Kanal-Auslasses unter der Straße „In der Aue“ ausfüllte und auch das neben dem Graben befindliche Regenwasserüberlaufbecken in seiner Funktion einschränkte. Nach Rücksprache aller Beteiligten aus Gemeinde, Wasser- und Naturschutzbehörden war vergangene Woche bei einem Ortstermin beschlossen worden, die Dämme wegzubaggern, um so das Tier zu „vergrämen“. Das heißt hier: Es zum Umzug zu bewegen – am liebsten ins direkt Große Moor.

Bei der Besprechung, zu der auch diverse Großenmoorer gekommen waren, ging es emotional zu – nicht zuletzt deshalb, weil ein Anwohner partout nicht glauben wollte, dass hier ein Biber aktiv war. Stattdessen verdächtigte er einen Ruheständler aus einem Nachbarort, in nächtlichen Stunden den Staudamm errichtet zu haben. Wäre der Mann am Montag beim Öffnen der Dämme dabei gewesen, hätte er sich davon überzeugen können, wie viele sauber nach Biberart abgenagte und geschälte Stamm- und Aststücke in den Mauern verbaut und im Uferbereich deponiert waren: Das schafft selbst der rüstigste Rentner mit optimalem Zahnstatus nicht.

Zig hundert Kubikmeter Wassers ergossen sich in den Graben, als die Bauhof-Mitarbeiter die Bauwerke mit dem Bagger öffneten, denn in der Grabenmitte war das Wasser bei dem größeren der beiden Stauwerke mindestens 90 Zentimeter hoch. Matthias Müller, Vorsitzender des Naturschutzbeirats im Landkreis, geht davon aus, dass hier ein einzelnes junges Biberweibchen tätig war und das Areal als Familienrevier vorbereiten wollte. Müller bezweifelt, dass die Einmal-Aktion ausreicht, um das Tier zum Umzug zu bewegen. Er vermutet, dass der Biber schon in den nächsten Tagen versuchen wird, den Damm zu erneuern. Beim Abschied vom Bauhof -Team sagt er daher bewusst: „Auf Wiedersehen – wir treffen uns hier sicherlich noch öfter.“ / zi

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