Fotos: Hartmut Zimmermann

Wahl in Geisa zwischen CDU-Kandidat oder Frau mit CDU-Parteibuch?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Geisa - Wer übernimmt das Spitzenamt im Geisaer Rathaus? Am Sonntag, 26. Januar, entscheiden die Wählerinnen und Wähler darüber, wer die Nachfolge von Martin Henkel antritt. So viel ist klar: Es wird (wieder) ein CDU-Mitglied sein.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Im Jahr 2006 war Martin Henkel im Amt des Bürgermeitsters Nachfolger von Peter Günther geworden. Dass die Geisaer nun wählen müssen, liegt daran, dass sie ihren Ex-Bürgermeister mit ihren Nachbarn im Wartburgkreis im vergangenen Herbst in den Erfurter Landtag gewählt haben. Zwei Namen werden auf den Stimmzetteln stehen: Matthias Breitenbach und Manuela Henkel.

Dass die CDU, die im Geisaer Stadtrat mit 12 der 16 Sitze über eine überaus satte Mehrheit verfügt, einen Kandidaten aufstellen würde, war von allen erwartet worden. Sie entschied sich für Matthias Breitenbach, einen aus dem Eichsfeld gebürtigen Bank-Mann, der schon seit 2003 in Geisa lebt.

Weniger überraschend

Dass es eine weitere Bewerbung gibt, ist vielleicht weniger überraschend als die Herkunft der Kandidatin: Nicht die Oppositionsfraktionen von AfD oder Linken schickten jemanden ins Rennen, sondern mit Manuela Henkel gibt es eine unabhängige Bewerberin – die kein Geheimnis daraus macht, dass sie ebenfalls der CDU angehört. Das wäre auch schwierig, denn noch im Frühjahr 2019 zierte das Bild der ehrenamtlichen Bürgermeisterin von Schleid viele Plakate: Henkel bewarb sich damals – mit Erfolg – auf der CDU-Liste um ein Mandat für den Kreistag.

Der Versuch der Geisaer CDU, eine Abstimmung der Wählerinnen und Wähler zwischen Breitenbach und Henkel dadurch zu verhindern, dass sie Henkel aufforderten, sich CDU-intern der Kandidatenkür durch die Mitgliederschaft zu stellen, scheiterte: Die Bewerberin betonte, ohne Partei-Nominierung antreten zu wollen.

Keine dramatischen Unterschiede

„Gemeinsam für Tradition und Zukunft“ – so steht es auf den Plakaten, mit denen die CDU für Breitenbach wirbt. „Gemeinsam Zukunft gestalten“ liest man neben dem Bild von Manuela Henkel. Dramatische Unterschiede sind das nicht.

Ein bisschen aufschlussreicher sind die Texte, mit denen Breitenbach und Henkel auf der Geisaer Internetseite vorgestellt werden. Henkel wird hier etwas konkreter, spricht über sich und verweist auf flächendeckenden Glasfaserausbau und Digitalisierung der Verwaltung als aktuelle Ziele, aber auch auf Schwerpunkte bei Senioren und Familien.

Heimatverbundenheit und Kenntnis in Sachen Ökonomie und Ökologie

Breitenbach wird dort in einem CDU-Werbetext vorgestellt, der darauf verweist, dass der Kandidat in der „Erfolgsspur Martin Henkels“ bleiben wolle – aber durchaus mit eigenständigen Akzenten. Heimatverbundenheit und Kenntnis in Sachen Ökonomie und Ökologie werden betont.

Das Interesse an der Wahl scheint groß. Zu den Bürgerstammtischen, zu denen beide Kandidaten eingeladen haben, kamen unerwartet viele Interessierte.

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