Ein riesiger Kran bugsiert das erste der 75 Meter langen Rotorblätter in 166 Metern Höhe. Rund 100 Gewindestangen müssen dann in die Aufnahmen an der Nabe eingepasst und verschraubt werden.
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Ein riesiger Kran bugsiert das erste der 75 Meter langen Rotorblätter in 166 Metern Höhe. Rund 100 Gewindestangen müssen dann in die Aufnahmen an der Nabe eingepasst und verschraubt werden.

Montage der Rotorblätter

Windpark bei Wehrda wächst - ab Mai sollen Anlagen Strom liefern

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Der Windpark bei Wehrda wächst: Gestern hat das Vestas-Team bei der dritten der vier Anlagen die Rotorblätter montiert - millimetergenaues Arbeiten in 166 Meter Höhe. Ab Mai sollen die Anlagen Strom liefern.

Wehrda - Kjeld Andersen ist zufrieden: „Gemessen am allerersten Zeitplan haben wir nur knapp eine Woche Verspätung.“ Der 54-jährige Däne leitet für die Firma Vestas die Arbeiten zum Errichten des vom Projektierer Juwi entwickelten Windparks zwischen Wehrda, Rothenkirchen und Langenschwarz. In dieser Phase sind solche Bauvorhaben allerdings störungsempfindlich - und zwar ausgerechnet dann, wenn der Wind, den man hinterher nutzen will, zu stark weht. Die zu unruhige Luft hat das Team in der vergangenen Woche zwei Tage gekostet. Denn gerade dann, wenn das Maschinenhaus in rund 160 Metern Höhe auf dem Turm montiert wird, muss es windstill sein. Erst am Samstag waren die Bedingungen gegeben, um bei der dritten Anlage diese Arbeiten vorzunehmen.

Gestern ging es weiter: Die Montage (die Fachleute sagen: „das Ziehen“) der Rotorblätter war angesagt. Gearbeitet wird an demjenigen der vier Windräder, das als „Bürgerwindanlage“ konzipiert ist: Hier haben Menschen aus der Region insgesamt rund zwei der insgesamt zehn Millionen Euro Baukosten beigesteuert und hoffen mittelfristig auf Windstrom-Ernte. (Lesen Sie hier: Projekt nach mehreren Jahren abgeschlossen: Kirche in Eiterfeld-Buchenau rundum saniert).

Wehrda: Windpark wächst - ab Mai sollen Anlagen Strom liefern

Das erste der 75 Meter langen Rotorblätter schwebt an den Seilen eines Krans nach oben. Zwei auf dem Halte-Element montierte Propeller geben je nach Bedarf Druck, um das gigantische Teil passgenau an die richtige Stelle zu bringen. Denn in 166 Metern Höhe müssen die rund 100 Gewindestangen am rohrförmigen Rotor-Ende passgenau in die dort befindlichen Löcher eingeführt und dann verschraubt werden.

Scheinbar mühelos bugsieren das Kranteam und vier Männer, die oben am Maschinenhaus arbeiten, den ersten Flügel in die gewünschte Position. Wenig später hört man das Knattern der Schlagschrauber, mit denen die Schrauben angezogen werden - das nächste Rotorblatt kann gezogen werden.

Kjeld Andersen: Gemessen am allerersten Zeitplan haben wir nur knapp eine Woche Verspätung

Während Turm-Elemente und Rotoren für die vierte und letzte Anlage noch unverbaut neben einem schon fertigen Windrad am Boden liegen, sind die ersten „Windmühlen“ bereits fertig. Noch in dieser Woche sind Probeläufe für die Anlagen geplant, berichten die Juwi-Sprecher. Und vom Mai an soll der Windpark dauerhaft Strom ins Netz einspeisen.

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