Die Autobahnpolizei stoppte den Sattelauflieger auf der A4 in Höhe der Anschlussstelle Wildeck-Hönebach.
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Die Autobahnpolizei stoppte den Sattelauflieger auf der A4 in Höhe der Anschlussstelle Wildeck-Hönebach.

„Menschenleben gefährdet“

Schräger Anhänger und schleifende Reifen: Autobahnpolizei muss bulgarischen Sattelzug auf der A4 stoppen

Ein Sattelzug, dessen Anhänger umzukippen drohte, musste kürzlich auf der A4 bei Wildeck-Hönebach (Kreis Hersfeld-Rotenburg) von der Autobahnpolizei gestoppt werden. Laut den Beamten waren Menschenleben gefährdet.

Wildeck-Hönebach- Die Beamten der Autobahnpolizei Bad Hersfeld wurden am 15. Oktober gegen 14.45 Uhr von der Landeseinsatzzentrale der Thüringer Polizei alarmiert: „Ein bulgarischer Sattelzug auf der A4, der sich Richtung Hessen bewegte, drohte wegen einer Schräglage des Anhängers umzukippen“, berichtet das Polizeipräsidium Osthessen in einer Pressemitteilung.

Der Sattelzug war auf der Autobahn im Bereich Waltershausen unterwegs. Laut Polizei waren wegen ihm bereits mehrere Notrufe besorgter Verkehrsteilnehmer eingegangen. Die Anrufer sollen zuvor bereits versucht haben, den Fahrer des Sattelzuges mit Lichtzeichen und Hupen auf die Schräglage seines Anhängers aufmerksam zu machen.

A4 bei Wildeck: Polizei muss Sattelzug stoppen - 24-Tonnen-Ladung verrutscht

Beamte der Autobahnpolizei Bad Hersfeld entdeckten den Sattelzug schließlich auf der A4 an der Anschlussstelle Wildeck-Obersuhl. An der Anschlussstelle Wildeck-Hönebach leiteten die Polizisten den Fahrer des Sattelzugs dann von der Autobahn, um ihn zu kontrollieren. „Sie stellten fest, dass der Höhenunterschied zwischen beiden Fahrzeugseiten des Anhängers teilweise bis zu 20 Zentimeter betrug. Der Sattelzug hätte so nie starten oder fahren dürfen“, heißt es in der Mitteilung des Polizeipräsidiums Osthessen.

Tipp für Ladungssicherung

Die Polizei rät: „Um ein Rutschen von Ladung zu verhindern, können zugelassene Anti-Rutsch-Matten aus Gummigranulat unterlegt worden. Für eine zusätzliche Sicherung sorgt die Fixierung der Ware mit geeigneten Zurrgurten. Auch sogenannte „Palettenanschlagleisten“ können das seitliche Verrutschen der Ladung verhindern.“

Bei der Suche nach der Ursache des Schrägstandes stellten die Beamten beim Überprüfen des Sattelaufliegers fest, dass dessen Ladung das Problem war. Diese sei unzureichend gesichert gewesen, stark nach rechts verrutscht und habe teilweise bis zu fünf Zentimeter über den äußeren Fahrzeugrahmen hinausgeragt. Dabei drückte sie außerdem in die Planenaufbauten des Anhängers. „Geladen waren insgesamt 78 gestapelte Dieselmotoren eines deutschen Automobilkonzerns, die der Sattelzug von einem thüringischen Motorenwerk in ein Nutzfahrzeugwerk nach Spanien befördern wollte. Das Gesamtgewicht der Ladung betrug etwa 24.000 Kilogramm“, heißt es seitens der Polizei.

78 Dieselmotoren verrutscht: Sattelzug-Anhänger droht, auf A4 zu kippen

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Zur weiteren Prüfung wurden zwei Kollegen der Schwerverkehrsüberwachung der Sonderdienste der Autobahnpolizei Bad Hersfeld hinzugezogen. Diese fanden zwar keine technischen Mängel - stellten aber fest, dass diese, so die Polizei, „bei Weiterfahrt vermutlich schnell entstanden wären“. Durch den extremen Schrägstand des Sattelanhängers hätten die rechten Räder der Dreifach-Achse des Aufliegers nämlich an dem Außenrahmen der Ladefläche geschliffen; deutliche Schleifspuren an den Rädern seien bereits sichtbar gewesen. Die Polizei malt ein schlimmes Szenario aus: „Bei der Weiterfahrt wäre es so wahrscheinlich zu einem Reifenplatzer gekommen und der wiederrum hätte zu einem Umkippen des schräg stehenden Sattelzuges führen können. Und auch das Umkippen ohne Reifenplatzer hätte gedroht: In einer engen Kurve nur zwei Kilometer hinter dem Kontrollort, Richtung Ausfahrt Friedewald.“

Dem 58-jährigen Bulgaren wurde die Weiterfahrt sofort verboten. Erst am Samstag, 17. Oktober, wurden die Dieselmotoren dann entladen, um unter den Ladegestellen rutschhemmende Matten zu verlegen. Der Schrägstand des Sattelzuges wurde so vollständig behoben. Nachdem außerdem die festgestellte Überhöhe von etwa zehn Zentimetern reduziert wurde und der Fahrer des Sattelzugs ein Bußgeld bezahlt hatte, konnte das Fahrzeug nach zwei Tagen Stillstand schließlich weiterfahren.

Die Kosten für Umladung und Nachsicherung wird zunächst der Halter des Sattelzugs bezahlen müssen. Weitere Kosten hat er allerdings nicht zu erwarten, da der Sattelzug an sich für den Transport der Motoren geeignet war. Auch ausreichend Ladungssicherungsmaterial war vorhanden. Nur wurde das eben nicht genutzt und deshalb wird auch der Verlader des Fahrzeugs nach Angaben der Polizei mit einem Bußgeld in bis zu dreistelliger Höhe rechnen müssen. (lio)

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