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Windkraft bleibt Thema in Burghaun

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Das Thema Windkraft löst in Burghaun aktuell intensive Debatten aus. Die Interessengemeinschaft Landschaftsschutz (Igel) Rothenkirchen befürchtet, dass die Marktgemeinde ihre Vorbehalte gegen die Anlagen bei Wehrda unzureichend vertritt und lädt deshalb zu einer öffentlichen Versammlung ein. Parallel wurde bekannt, dass es Interessenten für zwei weitere Windparks gibt.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Der Projektierer Juwi aus Wörrstadt plant in Privatwaldflächen bei Haunetal-Wehrda vier Anlagen mit einer Nabenhöhe von 166 Metern. Dagegen hatte die Marktgemeinde Burghaun nach einstimmigem Beschluss der Gemeindevertretung vom November 2019 Klage eingereicht. Diese hat jedoch keine aufschiebende Wirkung.

Kundgebung am 30. Januar

Zudem hatten die Kommunalpolitiker auch festgelegt, durch einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht mit aufschiebender Wirkung gegen das Juwi-Vorhaben vorzugehen. Damit sollte dem Hauptziel, dem Schutz der Burghauner Trinkwassergewinnungsflächen, Nachdruck verliehen werden. Diese Klage sei noch nicht eingereicht, schrieb der Igel-Vorstand am Dienstag in einer Mitteilung – trotz eines entsprechenden dringenden Hinweises des Burghaun vertretenden Rechtsanwalts Armin Brauns. Inzwischen habe aber Juwi angekündigt, dass man am 30./31. Januar im Vorranggebiet HEF 55 bei Wehrda mit dem Fällen von Bäumen beginnen wolle.

Daher, so Igel, lade man für Donnerstag, 30. Januar, 16 Uhr, zu einer Kundgebung in den Hof des Burghauner Herrenhauses ein. Dort soll unter anderem über die finanzielle und gesundheitliche Belastung der Bürger, die Windkraftpolitik und auch über die „Untätigkeit des Bürgermeisters“, aber auch über weitere mögliche Standorte gesprochen werden. Ab 19 Uhr beraten die Gemeindevertreter dann dort über den Haushalt.

Bürgermeister hat Klage eingereicht

Der parteilose Bürgermeister Simon Sauerbier weist im Gespräch mit unserer Zeitung den Vorwurf der „Untätigkeit“ zurück. Rechtsanwalt Brauns habe am 18. Januar darüber informiert, dass es aufgrund der Arbeitsüberlastung der Verwaltungsgerichte klug sei, den Eilantrag frühzeitig auf den Weg zu bringen. Das habe die Gemeinde auch getan und diese Klage inzwischen eingereicht.

Sauerbier erläutert in diesem Zusammenhang, dass die Klage eventuelle Rodungspläne von Juwi nicht verhindere. „Der Eilantrag gilt unserem Hauptklagegrund, also dem Schutz des Trinkwassers. Und dessen Gefährdung beginnt dann, wenn der erste Bagger beginnt, die Flächen für die Fundamente auszuheben.“ Diese Arbeiten seien aber erst für den April vorgesehen. Daher sei die Klage durchaus nicht verspätet.

Die Planungen von Juwi sind nicht das einzige Windkraft-Projekt, das die Burghauner in der nächsten Zeit beschäftigen wird: Wie Sauerbier mitteilt, gibt es für die Vorrangflächen FD 16 (zwischen Schlotzau und der A 7) sowie FD 22 (zwischen Burghaun und Rudolphshan) die Ankündigung eines Projektentwicklers, dort bis zu drei Anlagen errichten zu wollen. „Wir haben ihm signalisiert, dass wir alle Rechtsmittel nutzen wollen, um das zu verhindern“, betont Sauerbier.

CDU: Rotoren beeinträchtigen Fachklinik Mahlertshof

In einer ersten Stellungnahme wendet sich auch Burghauns CDU gegen diese Planungen. Man lehne sie ab – um sowohl die Bürger als auch die Natur zu schützen. Zudem würden Rotoren dort die Fachklinik Mahlertshof stark beeinträchtigen.

Die Fläche FD 22 grenzt bei Rudolphshan unmittelbar an die Gemarkung der Stadt Hünfeld an.

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