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Der Kampf um „HÜN“: Kreisverwaltung stemmte sich gegen altes Kfz-Kennzeichen

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Nur was noch im Altkreis zugelassen wurde, durfte das Kennzeichen „HÜN“ tragen: Albert Seitz winkt aus seinem Fiat. Das war vor zehn Jahren.
Nur was noch im Altkreis zugelassen wurde, durfte das Kennzeichen „HÜN“ tragen: Albert Seitz winkt aus seinem Fiat. Das war vor zehn Jahren. © Karl-Heinz Burkhardt

Ob „SLÜ“ oder „GN“ oder „ROF“: Längst haben ehemalige Kreisstädte in Hessen ihre alten Autokennzeichen wieder. Bundesweit sind fast 300 alte Kennzeichen wiederbelebt. Hünfeld ist dies verwehrt geblieben. Der Streit in dieser Frage kulminierte vor zehn Jahren.

Hünfeld - Die Konrad-Zuse-Stadt kämpfte für die „HÜN“-Schilder beim Landkreis Fulda – allerdings vergeblich. Das Hünfelder Ansinnen wurde im November 2012 abgelehnt. Eine Wiedereinführung von „HÜN“ sei kontraproduktiv bei den Bemühungen um eine gemeinsame Identität im Landkreis, hieß es damals aus der Wörthstraße.

Auch andere Organisationen und Interessensverbände vertraten eine klare Haltung: Mit dem FD-Zeichen dokumentiere man eine vielfach bei Bürgern und Firmen bereits gegebene Identifikation mit der Marke Fulda, argumentierte das Regionale Standortmarketing. Die Wiedereinführung alter Kfz-Kennzeichen sei marketingtechnisch ein Rückschritt.

Die Mehrheit der Hünfelder Bürger plädierte damals für „HÜN“ – 57,4 Prozent, das hatte eine Umfrage mit 208 Teilnehmern ergeben. Noch klarer war das Votum in einer Umfrage der „Hünfelder Zeitung“, wo damals 82 Prozent von 1600 Anrufern das „HÜN“-Kennzeichen wiederhaben wollten. (Lesen Sie hier: Einwände bei technischer Abnahme - großer Ärger um Umzug ins Rathaus Hünfeld)

Hünfeld: Kampf um „HÜN“ - Kreis stemmte sich gegen altes Kfz-Kennzeichen

Und schlussendlich lieferte auch noch die Stimmungslage in der Stadtverordnetenversammlung – lediglich die SPD war gegen die Wiedereinführung der alten Kennzeichen – dem damaligen Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel ausreichend „Munition“, um in der Sache weiterhin mit Landrat Bernd Woide und seinem damaligen Vize Dr. Heiko Wingenfeld zu ringen. Er gehe davon aus, dass Wingenfeld seine Entscheidung noch einmal überdenke, so Fennel damals.

Doch der heutige Fuldaer Oberbürgermeister zeigte sich unnachgiebig. Man könne wohl kaum behaupten, dass die ins Feld geführten Umfragen repräsentativ seien. Zudem habe er mit Interesse registriert, dass sich die Bürgermeister von Burghaun, Eiterfeld, Rasdorf und Nüsttal gegen die Wiedereinführung von „HÜN“ ausgesprochen hätten.

Der historische Landkreis Gersfeld, der von 1867 bis 1932, bestanden hatte, lieferte Wingenfeld eine zusätzliche Argumentationshilfe: Wenn schon Elemente des lokalen Marketings zugelassen seien, dann müsse dies für alle gelten – also beispielsweise auch für Gersfeld. Nur „HÜN“ zu erlauben, sei eine nicht zu begründende Privilegierung Hünfelds. (hw)

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