Symbolfoto: Vincent Thian/AP/dpa

Zwischen Propaganda und Straflager: Einblicke in das Leben der Menschen in Nordkorea

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rasdorf - Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) und die Point Alpha Stiftung laden für Mittwoch, 6. Juni, zu einem Vortrag des Politikwissenschaftlers Dr. Thomas Beck in das Haus auf der Grenze ein. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr.

Selbst Gedanken über ein formelles Ende des Korea Krieges – rechtlich gesehen sind Nord- und Südkorea noch immer im Kriegszustand – wirkten nicht all zu abwegig. Nun ist das Gipfeltreffen abgesagt. Wie sich die Situation dort weiterentwickelt ist schwer vorherzusagen und all zu oft liegt der Fokus der Berichterstattung einzig auf der Sicherheitspolitik.

Nur wenig ist dagegen über das alltägliche Leben in Nordkorea bekannt. Immer wieder gelingt es Menschen jedoch, aus der abgeschotteten Volksrepublik zu fliehen und über das Leid der Menschen dort zu berichten. Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist der Alltag in dem totalitären Staat bestimmt durch Hunger, die Allgegenwart des Diktators und einen rigiden Sicherheitsapparat des Regimes.

Besonders drakonisch ist das Lagersystem für vermeintliche Staatsfeinde. Etwa 250.000 Nordkoreaner sollen sich aktuell in einem dieser Internierungslager befinden: in Zwangsarbeit, streng bewacht und strikt reglementiert. Die große Anzahl an Häftlingen kommt unter anderem dadurch zustande, dass die Familien von Verurteilten bis zur dritten nachfolgenden Generation in die sogenannte Sippenhaft genommen werden. Eine große Anzahl von Menschen ist in Lagerhaft geboren und hat keine Chance auf ein anderes Leben.

Die Point Alpha Stiftung arbeitet seit Jahren eng mit den Kollegen des Museums an der Demilitarisierten Zone im südkoreanischen Landkreis Goseong (Gangwong Provinz) zusammen. „Meine Hoffnung ist, dass eine politische Entschärfung des Konflikts auch zu menschlichen Erleichterungen, insbesondere für die Menschen in Nordkorea, führt. Ich bin optimistisch, dass sich die Lage positiv entwickeln kann“, sagt die Direktorin der Point Alpha Stiftung, Ricarda Steinbach. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. / HZ

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