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19-Jähriger verurteilt: „Telefonsex – sonst landen die Nacktbilder im Internet"

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Sinntal - Über den Kurznachrichtendienst „WhatsApp" forderte Ende 2013 ein 19-jähriger Sinntaler seine Ex-Freundin zum Telefonsex auf und drohte damit, Unterwäsche-Fotos von ihr im Internet zu veröffentlichen, falls sie seine Anweisung nicht befolge.

Vor dem Jugendschöffengericht Gelnhausen legte der Auszubildende jetzt ein Geständnis ab. Eine im Mai dieses Jahres gegen ihn ausgesprochene neunmonatige Jugendstrafe wurde daraufhin um zwei Monate aufgestockt.

Am 21. Dezember 2013 erstattete die junge Frau auf der Polizeistation in Schlüchtern Anzeige gegen ihren Ex-Freund. Einen Monat lang hatte dieser sie zuvor belästigt. Bei den Fotos handelte es sich um sogenannte „Selfies". Das Opfer hat wenig bekleidet ihr Spiegelbild abfotografiert. Wie genau die Fotos in Umlauf kamen, ließ sich nicht klären. Drei Bilder landeten jedenfalls beim Angeklagten.

Schon früher verurteilt

Obwohl die junge Frau seiner Forderung nicht nachkam, sah er davon ab, die Fotos zu veröffentlichen. Versuchte Nötigung und Beleidigung lautete die Entscheidung des Gerichts, das zwei vorangegangene Urteile einbezog. Unter anderem war der 19-Jährige im Mai dieses Jahres wegen räuberischer Erpressung zu einer neunmonatigen Jugendstrafe verurteilt worden, von der er zwei Monate abgesessen hatte.

Trotz seines jungen Alters musste sich der Auszubildende, der inzwischen nach Kriftel umgezogen ist, auch schon wegen Körperverletzung, Diebstahl und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Inzwischen hat er allerdings eine Lehre als Maler- und Lackierer begonnen und kündigte einen Sinneswandel an. Die neuerliche Strafe wird für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, außerdem muss der gebürtige Wetzlarer drei Termine bei der Drogenberatung wahrnehmen. Das Urteil ist rechtskräftig. / anz

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