1. Fuldaer Zeitung
  2. Kinzigtal

Bis 2021 ohne Ortsbeirat: Breunings findet keine Kandidaten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Sinntal - Für den Breuningser Ortsbeirat hat sprichwörtlich das letzte Stündlein geschlagen: Ab 1. April wird der kleinste Ortsteil der Gemeinde Sinntal nicht mehr durch einen Ortsbeirat vertreten.

Von unserem Redaktionsmitglied Julia Kreß „Soweit ich weiß, ist es das erste Mal in der Breuningser Geschichte, dass es keinen Ortsbeirat mehr geben wird“, berichtet Carsten Eiffert, Mitglied des derzeitigen Ortsbeirats von Breunings.

Am 6. März werden bei der Kommunalwahl die Vertreter des Kreistags, der Gemeinde sowie der Ortsbeiräte gewählt. Eigentlich sollten dann auch fünf Breuningser gewählt werden, die die Interessen ihres Dorfes in der Gemeinde vertreten. Doch: „Für die Wahl des Ortsbeirates des Ortsbezirks Breunings ist kein Wahlvorschlag eingereicht worden“, schreibt Gemeindewahlleiter Eckart Michna in einer Bekanntmachung. Heißt: Breunings bleibt in der nachfolgenden Wahlzeit ohne Ortsbeirat – vom 1. April 2016 bis 31. März 2021.

Fünf Vertreter aus 280 Bürgern

„Ich habe das schon vermutet“, sagt Carsten Eiffert. Zuletzt bestand der Breuningser Ortsbeirat nur noch aus drei statt fünf Mitgliedern. „Als die ursprünglich gewählten Breuningser zurückgetreten sind, haben die als Nachrücker vorgesehenen Leute die Wahl nicht angenommen. Daher sind wir nur noch zu dritt“, erklärt Eiffert. Ortsvorsteherin Sandra Röder war vor rund zweieinhalb Jahren aus Zeitgründen zurückgetreten, seitdem gibt es keinen Ortsvorsteher mehr.

„Ich selbst habe mich auch nicht mehr aufstellen lassen“, meint Eiffert. „Als Landwirt habe ich schlichtweg keine Zeit mehr für das Ehrenamt; es war mir zu viel.“ Auf der Wahlliste standen somit nur zwei Bürger, fünf hätte es bedarft. Eiffert habe vorgeschlagen, den Ortsbeirat auf drei Mitglieder verkleinern zu lassen, wurde jedoch in seinem Gremium überstimmt. „Es ist einfach schwer, bei 280 Einwohnern fünf Interessierte zu finden“, sagt Eiffert. Das habe sich auch bei den Bürgerversammlungen gezeigt: Trotz mehrerer Aufrufe war die Beteiligung sehr gering. „Heutzutage interessieren sich vor allem die jungen Leute nicht mehr so für Kommunalpolitik als es noch vor ein paar Jahren und Jahrzehnten der Fall gewesen sei“, mutmaßt Eiffert.

Gemeinde Sinntal übernimmt Aufgaben

Die Vertretung der örtlichen Belange übernimmt ab 1. April die Gemeinde Sinntal für die nächsten fünf Jahre. „Der Ortsbeirat ist das Bindeglied zur Gemeindeverwaltung“, meint Sinntals Gemeindewahlleiter Eckart Michna. „Er wird zu allen wichtigen Angelegenheiten, die das jeweilige Dorf betreffen, gehört. Dazu zählen etwa Straßenbaumaßnahmen oder der Verkauf von Bauplätzen. Die Ortsbeiräte werden aber auch in die Aufstellung des Haushaltsplans eingebunden.“ Auf der anderen Seite kommuniziere der Ortsbeirat in Vertretung durch den Ortsvorsteher Dinge aus dem Dorf wie etwa nötige Investitionen. Das müsse nun die Gemeindeverwaltung übernehmen.

„Für Sinntal ist ein Dorf ohne Ortsbeirat eine Premiere. Seit Bildung der Gemeinde Sinntal im Jahr 1974 hat es das bisher noch nicht gegeben“, weiß Michna.

Nun haben die Breuningser bis Dezember 2020 Zeit, mindestens fünf interessierte Bürger zu finden, die sich eventuell bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2021 für die Wahl zum Ortsbeirat aufstellen lassen.

Auch interessant