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3000 Besucher bei elf Aufführungen der Passion – Erfolgreiche Spielzeit

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Bad Soden - Die letzte Aufführung der Passionsspiele Salmünster 2014 liegt inzwischen drei Wochen zurück. Die Verantwortlichen des Trägervereins haben jetzt Bilanz gezogen und die 14. Spielzeit der inzwischen alle drei Jahre stattfindenden Passion als erfolgreich verbucht.

Nach der letzten Aufführung der Passionsspiele haben die Mitwirkenden auf der Bühne in der Pfarrkirche St. Peter und Paul "Großer Gott wir loben dich" angestimmt. Der Titel der diesjährigen Inszenierung der letzten Tage im Leben Jesu trug den Titel "Verurteilt!". Die Akteure blicken auf mehr als ein halbes Jahr Probenzeit und fünf intensive Aufführungswochenenden zurück. Spurlos ging diese Zeit nicht an ihnen vorüber. Die Thematik der Leidensgeschichte Jesu haben sie aus einer völlig anderen Perspektive er-"lebt". Maximilian Herget, einer der zwei Jesus-Darsteller, denkt zurück: "Für mich war die Passion 2014 eine außergewöhnliche Zeit, in der ich viel Spaß hatte, aber auch die Thematik für mich persönlich reflektieren konnte. Ich habe viele Dinge anders betrachten gelernt und sehe dies für mich als großen Erfolg." Doch nicht nur die Auseinandersetzung mit der Passion, sondern auch die Zeit, die man miteinander verbringt, hat viele Mitspieler geprägt. Es entstanden Freundschaften und es wurde Engagement freigelegt, von dem die Organisatoren "nicht einmal geträumt" hätten. Lara Eckhardt, die den Hohen Priester Gamaliel gespielt hat, zieht ihr persönliches Fazit: "Ich fand die Passion supergut, weil ich mich persönlich so entwickelt habe. Das war ein Sprung, unvorstellbar bis dahin. Ich war auf einmal überall dabei, ich habe bei allem mitgemacht und wurde überall integriert. Die Passion 2014 ist ein Meilenstein in meinem Leben." Hinter den Probenzeiten steckt eine intensive Vorbereitung: Der Text muss geschrieben und bearbeitet werden, die Bühnenkonstruktion sowie die technische Ausstattung geplant und aufgebaut werden. "Besonders freuen wir uns, dass alle Mitwirkenden gesund geblieben sind und es keine Unfälle gab", sagt Benjamin Emeling als technischer Leiter der Passionsspiele.

Der Aufwand fand Widerhall in den Reaktionen der Zuschauer, die "zum Großteil sehr positiv waren", teilt der Verein mit. Oft sei die Rückmeldung gekommen, dass gerade die Massenszenen, in denen die Verehrung Jesu, aber auch der Hass auf ihn hervorgehoben wurden, besonderen Eindruck hinterlassen hätten. Thomas Hummel, PR-Beauftragter der Passion, erinnert sich: "Im Gedächtnis bleiben einem die Besucher, die nach der Aufführung langsam aus der Kirche kommen, erst einmal gar nichts zu sagen wissen und dann nur ein Danke murmeln. Dann weiß man, wie man die Menschen berührt hat." Die Passionsspieler haben in der Fastenzeit elf beinahe ausverkaufte Aufführungen auf die Bühne gebracht. Mit 96 Prozent Auslastung ist die Saison den Angaben zufolge ähnlich gut angenommen worden wie jene im Jahr 2011. Damit die rund 3000 Besucher aus ganz Deutschland einen denkwürdigen Abend erleben konnten, waren viele fleißige Helfer im Einsatz. Knapp 80 Darsteller wirkten mit, weitere zwei Dutzend sorgten für einen reibungslosen Ablauf bei Requisite, Technik und Gästeverpflegung. Alle haben sich dabei ehrenamtlich engagiert.

Die Einnahmen durch den Kartenverkauf werden zur Kostendeckung und zur Vorbereitung der Saison 2017 verwendet. Der Rest fließt in gemeinnützige Projekte. Die Spenden für das Projekt "Mogli" des Sozialdienstes katholischer Frauen, werden aufgerundet. Nach der Dernière war die Aufbauten in der Kirche und die im Schleifrashof genutzten Räume wieder ausgezogen. Bühne und die Requisiten sind inzwischen wieder verstaut, die Kostüme gewaschen und aufgeräumt. Nach den 40 Tagen des Fastens und der Beschäftigung mit dem Leiden Jesu, ist bei den Passionsspielern nun wieder der Alltag eingekehrt. / sat, hgs

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