Symbolfoto: Junial Enterprises/stock.adobe.com

35-Jähriger verletzt zwei Polizisten – zu Geldstrafe verurteilt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Gelnhausen - Gleich fünf Polizeibeamte waren nötig, um einen 35-Jährigen zu bändigen, der sich heftig gegen seine Festnahme wehrte. Jetzt wurde er vor dem Amtsgericht Gelnhausen wegen tätlichen Angriffs, Widerstandes gegen Polizeibeamte, Körperverletzung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (180 Tagessätze zu je 20 Euro) verurteilt.

Darin einbezogen wurde ein Urteil vom März dieses Jahres, ebenfalls wegen Körperverletzung. Damals hatte sich der Wächtersbacher beim Biermeilenfest in seiner Heimatstadt geprügelt.

Nun im vorliegenden Fall ging es um einen Vorfall bei der „Türkischen Nacht“ in Gelnhausen. Morgens gegen 4.30 Uhr am Heiligen Abend 2017 war dort noch richtig viel Betrieb. Zur Absicherung des nahen Bahngeländes waren in dieser Nacht mehrere Bundes- und Landespolizisten dort im Dienst. Sie wollten schon langsam Feierabend machen, als eine Security-Frau von dem Fest zu ihnen gerannt kam und um Hilfe bei einer Schlägerei unter den Gästen bat. Sofort eilten mehrere Beamte zu dem Festgeschehen. Sie stießen in dem Getümmel auf den 35-Jährigen und zwei andere Männer, die sich bedrohlich nahegekommen waren.

Zwei Polizisten verletzt

Da eine körperliche Auseinandersetzung drohte, trennten sie die Kontrahenten und drängten sie ab, was dem Wächtersbacher nicht recht war. Er schubste die Ordnungshüter, was diese sich nicht lange gefallen ließen. Kurzerhand brachten sie den Mann gemeinschaftlich zu Boden und wollten ihm Handschellen anlegen. Das erwies sich als äußerst schwieriges Unterfangen, weil der 35-Jährige sich heftig wehrte. Er trat und schlug gezielt nach den Kräften und verletzte dabei zwei von ihnen. Gleichzeitig beleidigte er sie mit den übelsten Ausdrücken.

Um den Mann unter Kontrolle zu bringen, wehrten sich die Polizisten mit Pfefferspray und Schlagstöcken. Fünf Beamte brachen dann nach einiger Zeit mühsam seinen Willen und führten ihn vom Festplatz ab. Später wurde bei dem Aggressor eine Alkoholkonzentration von maximal 1,88 Promille im Blut festgestellt.

Pfefferspray stoppt ihn nicht

Vor Richter Dr. Wolfgang Ott bagatellisierte der Angeklagte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Hanau. Der ganze Polizeieinsatz sei unnötig gewesen. Sein Gegenüber habe ihm versehentlich sein Bier aus der Hand gestoßen, aber auch gleich ein neues gebracht. Darüber hätten sie sich lauthals unterhalten.

Er bestritt, gezielt getreten und geschlagen, sondern lediglich geschubst zu haben. Ganz anders die Version von den Polizeibeamten. Sie sprachen von massiven Widerstandshandlungen. Trotz des Einsatzes von Pfefferspray habe man den Mann zunächst nicht unter Kontrolle bringen können. Selbst die Hinzuziehung eines Freundes des 35-Jährigen, der beruhigend auf ihn einredete, brachte keinen Erfolg. Zwei von ihnen mussten sich anschließend ambulant in der Uniklinik Frankfurt wegen Prellungen und Blutergüssen behandeln lassen.

Beim nächsten Vorfall im Gefängnis

Die Unschuldsbeteuerungen des Angeklagten waren für Richter Wolfgang Ott nicht glaubwürdig. Er folgte stattdessen den Einlassungen der Polizisten und verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 3600 Euro. Darin einbezogen wurde ein kürzlich ergangener Schuldspruch ebenfalls wegen Körperverletzung über 1800 Euro. Richter Ott riet dem 35-Jährigen zudem, sich wegen seiner Gewaltneigung im Zusammenhang mit dem Genuss von Alkohol Hilfe zu suchen. Bei einem erneuten Vorfall, werde er ihn ins Gefängnis schicken. Das Urteil wurde umgehend rechtskräftig. / ls

Das könnte Sie auch interessieren