Marihuana auf der Autobahn
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Größere Mengen Marihuana befanden sich nach dem Zusammenstoß des Lkws mit dem Camper auf der A66.

135-Kilo-Fund auf A66

„Drogen in jedem Hohlraum“ - Unfall-Wohnmobil mit Marihuana völlig überladen

  • Helena Sauer
    VonHelena Sauer
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  • Eike Zenner
    Eike Zenner
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Ein kurioser Verkehrsunfall hat sich am Dienstag auf der A66 in Höhe der Ausfahrt Bad Orb/Wächtersbach ereignet. Eine größere Menge Marihuana flog über die Fahrbahn, nachdem ein Lkw auf ein Wohnmobil aufgefahren und die Außenwand aufgerissen hatte. Jetzt werden Hintergründe bekannt.

Update vom 29. Juli, 15.17 Uhr: Die 135 Kilogramm Marihuana, die in dem Wohnmobil gefunden wurden, könnten nicht das Ende der Fahnenstange sein. Wie die Polizei am Mittwochnachmittag mitteilte, könnte sich in dem Fahrzeug noch mehr Rauschgift befunden haben.

Nach dem Crash seien einige Tüten aufgeplatzt und ein Teil der Drogen wurde laut der Beamten „vom Winde verweht“ - beziehungsweise war es nicht mehr auffindbar. Dennoch sei die Straße mit Ein-Kilogramm-Päckchen übersät gewesen.

Kurios: Das Wohnmobil war so überladen, dass der 67-Jährige, der aufgrund seiner zahlreichen Einreisestempel im Pass als weit gereister Weltenbummler bezeichnet werden kann, keinen „ausreichenden“ Führerschein hatte. Mit seiner Fahrerlaubnis durfte er nur Fahrzeuge bis maximal 3,5 Tonnen fahren.

„Sein Camper lag aufgrund der außergewöhnlichen Ladung darüber. Angesichts der großen Menge an transportierten Drogen dürfte das Fahren ohne Fahrerlaubnis bei der Strafzumessung allerdings keine allzu große Rolle mehr spielen“, hieß es vonseiten der Polizei.

Main-Kinzig-Kreis: 135 Kilogramm Marihuana auf A66 - Kurier-Pärchen geschnappt

Update vom 28. Juli, 12.06 Uhr: Die Polizei hat nach dem Unfall mit einem Wohnmobil und einem Lkw auf der A66 bei Bad Orb/Wächtersbach weitere Details genannt. In dem Camper waren wohl mindestens 135 Kilo Marihuana versteckt. Das berichtet Radio FFH. Ein Großteil davon lag nach dem Unfall am Dienstag verteilt auf der Autobahn. Zunächst waren die Ermittler von 50 Kilo Drogen ausgegangen.

„Wirklich in jedem Hohlraum des Wohnmobils haben die Ermittler Drogenpäckchen gefunden“, sagte Polizeisprecher Rudi Neu im FFH-Gespräch. Die Päckchen wurden demnach in Barcelona verladen und sollte dann unter anderem über die A66 bis nach Berlin transportiert werden.

Das Kurier-Pärchen, ein 67-jähriger Mann und eine 40 Jahre alte Frau, schweigen bislang und werden heute dem Haftrichter vorgeführt. Polizeibekannt sind sie bisher nicht - anders der Fahrzeughalter des Wohnmobils. Er hatte schon mehrmals Ärger wegen Drogen.

Main-Kinzig-Kreis: Lkw kracht in Camper - Drogen auf A66 verteilt

Erstmeldung vom 27. Juli: Bad Orb/Wächtersbach - „Das lief im wahrsten Sinne des Wortes ‚einfach sch....´“, heißt es unumwunden in einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Südosthessen. Denn so etwas hatten der Pressesprecher Rudi Neu und seine Kollegen von der Langenselbolder Autobahnpolizei „noch nie erlebt“.

Am Dienstagmorgen gegen 11 Uhr ging auf der Wache die Meldung ein, dass in Richtung Fulda, Höhe der Ausfahrt Bad Orb/Wächtersbach im Main-Kinzig-Kreis ein Lastwagen auf ein Wohnmobil aufgefahren sei. Doch nicht nur das. Nach dem Crash würden nun ganz viele Drogen auf der Straße herumliegen. (Lesen Sie hier: Drogenfund bei Verkehrskontrolle: Polizei stellt bei Aschaffenburg große Menge Heroin sicher)

Unfall auf A66: Polizei findet jede Menge Drogen

„Wie sich herausstellte, stoppte der Fahrer des Wohnmobils mit Berliner Kennzeichen sein Fahrzeug auf der Standspur, weil er dringend mal groß musste“, teilt Rudi Neu mit und ergänzt, dass sich der Mann daraufhin für einen Moment auf die Toilette zurückzog. Ein ankommender Lkw-Fahrer schätzte die Situation offensichtlich falsch ein und streifte mit Wucht das Heck des Camping-Fahrzeugs.

Bei dem Zusammenstoß des Lkw mit dem Camper wurde die Außenwand des kleineren Fahrzeugs herausgerissen.

Dabei wurde die Außenwand aufgerissen und eine größere Menge Marihuana flog auf der Fahrbahn und verteilte sich dort. Während der Brummi-Fahrer unverletzt blieb, kamen sowohl der Fahrer, als auch die Beifahrerin des Campers leicht verletzt in Krankenhäuser.

Um festzustellen, woher die Drogen kommen, wurde das Hanauer Fachkommissariat hinzugerufen. Die Polizei ist sich sicher, dass das Rauschgift ganz offensichtlich in dem Wohnmobil versteckt worden war. Um die Autobahn wieder „drogenfrei“ zu bekommen, wurden Kräfte der Bereitschaftspolizei zur Unterstützung hinzugerufen. Während der Aufräumarbeiten musste der Verkehr über den linken Fahrstreifen an der Einsatzstelle vorbeigeleitet werden.

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